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Unzufrieden mit der Novelle des Gentechnik-Gesetzes äußerten sich alle Beteiligten bei der Anhörung im Agrarausschuss am Montag in Berlin. Der Deutsche Bauernverband (DBV), der für eine Förderung der Gentechnik eintritt, beklagt, dass Erzeuger, die gentechnisch veränderte (GV-)Pflanzen nach guter fachlicher Praxis anbauen, weiterhin unabhängig vom Verschulden für Folgen des Anbaus haften. Der Bauernverband möchte für diesen Zweck einen Haftungsfonds einrichten. Zudem ist dem DBV der öffentliche Zugang zum Standortregister ein Dorn im Auge.

Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) hingegen empfindet die Haftungsregeln als unzureichend, da sie erst bei einer Verunreinigung von 0,9 Prozent greifen. Damit würden die Kosten der Koexistenz doch denen angelastet, die die Gentechnik nicht wollten. BÖLW-Vorsitzender Felix Prinz zu Löwenstein bezweifelte bei diesem Anlass die Notwendigkeit der Gentechnik prinzipiell. Er wies auf Erfolge aus herkömmlicher Züchtung hin wie die Maiswurzelbohrer-resistente Maissorte der Saaten-Union.(brs)

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