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Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer will die Regeln für den Anbau von gentechnisch veränderten (GV-)Pflanzen verschärfen. Nach monatelangem Hin und Her hat sich Seehofer am Freitag zu einem neuen Entwurf des Gentechnik-Gesetzes mit dem Koalitionspartner SPD durchgerungen. Bei der Präsentation gestern in Berlin wurde klar, dass Erleichterungen für Anbauer von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) nicht vorgesehen sind. Künftig soll beim Anbau von GV-Mais ein Abstand von 300 m zwischen GVO-Feldern und ökologisch bewirtschafteten Feldern gelten. Zwischen konventionellen und GVO-Feldern bleibt es jedoch laut Entwurf bei 150 m. Wie bisher muss laut Entwurf im öffentlichen Standortregister das genaue Grundstück des Anbaus oder der Freisetzung benannt werden. Die Forschung soll dagegen von einigen Auflagen befreit werden.

Der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e.V. (BDP) ist vom Gesetzesentwurf zur Novellierung enttäuscht. "Die Aussagen im Koalitionsvertrag ließen erwarten, dass der jahrelange Stillstand bei der grünen Gentechnik beendet wird. Stattdessen erleben wir gerade die Zementierung dieses unbefriedigenden Status Quo", erklärt BDP-Geschäftsführer Dr. Ferdinand Schmitz in einer ersten Reaktion. Als besonders kritisch betrachtet der BDP das Festhalten an der flurstücksgenauen Angabe von Flächen im Standortregister, was "Feldzerstörungen weiterhin Tür und Tor" öffne. Die Verdopplung des Mindestabstandes zu Ökofeldern von 150 auf 300 Meter ignoriere wissenschaftliche Erkenntnisse, kritisiert der BDP weiter. (AW)

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