Die Reaktionen auf das heutige Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Gentechnikgesetz sind so vielfältig wie die Interessen der Befürworter und Kritiker. Für Martin Häusling, Europaabgeordneter der Grünen, ist das Urteil ein eindeutiges Zeichen für den Verbraucherschutz und die gentechnikfreie Landwirtschaft. Wer gentechnisch veränderte Pflanzen anbaue, müsse auch haften, wenn es zu Verunreinigungen komme, so Häusling. Neben Umweltverbänden wie dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und dem World Wide Fund for Nature (WWF) begrüßten auch die Partei Die Linke, die Arbeitsgemeinschaft der bäuerlichen Landwirtschaft (AbL) e.V. und der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V. (Bölw) die Entscheidung aus Karlsruhe. Sie werteten das Urteil als klare Abfuhr an die Gentechnik-Industrie und deren Vertreter.

Die Arbeitsgemeinschaft Innovativer Landwirte (Agil) nahm das Urteil dagegen gelassen zur Kenntnis. Die Rechtslage habe sich nicht verändert und dem Gesetzgeber stehe es weiterhin offen, vernünftigere Regeln zu beschließen. Nach Ansicht von Agil wird sich der Gesetzgeber in den nächsten Jahren ohnehin an der weltweiten Entwicklung orientieren. Die Deutsche Industrievereinigung Biotechnologie (DIB) bedauert die Entscheidung und sieht Änderungsbedarf. In seiner jetzigen Form beinträchtige das Gesetz Innovationen in der Pflanzenbiotechnologie. Auch Christel Happach-Kasan, agrarpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, forderte eine innovations- und forschungsfreundlichere Ausgestaltung der Regeln. (az)
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