Gentechnisch verunreinigtes Rapssaatgut sorgt für Furore


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Bereits auf rund 1.500 ha könnte gentechnisch verunreinigtes Rapssaatgut ausgesät worden sein, das in Deutschland nicht zugelassen ist. Geliefert wurden die 8 t vermutlich verunreinigten Saatguts, die sofort zurückgerufen wurden, von der Deutschen Saatveredlung AG (DSV), Lippstadt, zum Großteil nach Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. In andere Bundesländer sind nach Angaben der DSV nur kleinere Mengen geliefert worden. Routinemäßige Saatgutuntersuchungen in Nordrhein-Westfalen haben eine Verunreinigung mit einer gentechnisch erzeugten Resistenz gegen das Herbizid Basta von 0,03 Prozent ergeben. Dies wurde durch mehrfache Untersuchungen seitens der DSV bisher nicht bestätigt. Dabei handelt es sich vorwiegend um die Saatgutpartie D/BN 3237/318 der Rapssorte Taurus und zu geringen Teilen der Sorte Oase.

Die genannten Bundesländer werden den Umbruch der bereits gesäten Rapsflächen anordnen. DSV-Vorstand Christoph Lüdecke hält die Maßnahmen nicht für verhältnismäßig, da zum einen nur eine Probe den Verdachtsfall ausgelöst habe und zum anderen das Ergebnis unter der Nachweisgrenze von 0,1 Prozent liege. Möglicherweise liege ein Messfehler vor. Auch eine Verunreingung als Folge genehmigter Freisetzungsversuche mit GV-Raps schließt Lüdecke nicht aus. "Den Landwirten entsteht ein Schaden von etwa 300 Euro je Hektar", erklärt Lüdecke gegenüber ernährungsdienst.de. Insgesamt würde ein wirtschaftlicher Schaden von mindestens 450.000 € entstehen. (AW)

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