Gerstenpreise zu hoch

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Gerste aus deutschen Interventionsbeständen soll für den Verkauf auf dem europäischen Binnenmarkt ausgeschrieben werden. Es handelt sich um 250.000 t, die überwiegend in Ostdeutschland lagern. Dies hat die EU-Kommission am Donnerstag im Verwaltungsausschuss Getreide gegen den Willen der Mitgliedstaaten beschlossen. Die Kommission möchte damit einen leichten Druck auf den Gerstenpreis in der EU ausüben, der nach ihrer Ansicht zu hoch sei. Die Kommission sieht zwei Probleme:

1. Wenn der Gerstenpreis sein heutiges Niveau beibehalte, werde die Gerste vom Weizen aus der Futtermischung verdrängt. Folglich drohe im April oder Mai ein Zusammenbruch der Gerstenpreise und anschließend umfangreiche Andienungen an die Intervention.
2. Die Gerstenexporte ohne Erstattungen stockten auf Grund der hohen Binnenmarktpreise in der EU. Die Nullerstattungen für das Futtergetreide seien aber wegen der Gatt-Restriktionen weiterhin notwendig. Die Mitgliedstaaten bezweifeln zum einen die Wirksamkeit der Maßnahme, weil sich die Interventionsbestände im Osten Deutschlands befänden und nicht in den Hauptdefizitgebieten für Gerste. Zudem forderten sie statt der Binnenmarktausschreibungen Erstattungen, um die Ausfuhr zu beleben. (Mö)
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