Übernahmediskussion

Gerüchteküche um Syngenta aufgewärmt


Die Übernahmeverhandlungen der Syngenta AG, Basel, mit der China National Chemical (ChemChina) sollen Tempo aufnehmen. Das meldet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf den Verwaltungsrat des Agrarchemiekonzerns. Da sich die Informationen von Bloomberg auch in den vergangenen Monaten als zutreffend erwiesen haben, reagierte die Börse mit leichten Kursgewinnen.

Chinesen auf Einkaufstour
China National Chemical Corporation (ChemChina) ist bereits international aktiv. Seit 2011 ist der Staatskonzern an der Adama Agricultural Solutions Ltd., Tel Aviv, beteiligt. „Going global" gilt nicht nur für das Pflanzenschutzgeschäft. Jüngster Einkauf der Chinesen ist der deutsche Maschinenbauer Krauss Maffei, ein Hersteller von Spritzgießmaschinen für Kunststoff (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Rüstungskonzern). In Italien hat sich ChemChina bereits den Reifenhersteller Pirelli einverleibt. (db)
Sicher ist bislang allerdings nur, dass Syngenta nicht in der bisherigen Konstellation fortbestehen wird. Mitte Dezember bestätigte der Präsident des Syngenta-Verwaltungsrates Michel Demaré Gespräche mit ChemChina, aber auch mit Monsanto und weiteren möglichen Partnern. Möglich ist, dass Syngenta übernommen oder selbst zukaufen wird. Eigentlich hatte Demaré eine Entscheidung über die Zukunft des Unternehmens zum Jahresende 2015 angekündigt.

Bloomberg meldet jetzt, dass mit dem vermutlichen Favoriten ChemChina die Transaktion noch bis zum chinesischen Neujahr am 8. Februar unterschriftsreif werden könnte. Denn der Konsolidierungsdruck in der Branche sei groß. Das Kaufinteresse von ChemChina halten Marktbeobachter ebenfalls für schlüssig. Die chinesische Regierung messe dem Agrarsektor aus Gründen der nationalen Sicherheit große strategische Bedeutung zu und das Staatsunternehmen sei fester Bestandteil des laufenden Fünfjahresplans. (db)
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