GVB-Jahresbilanz

Geschäftsentwicklung stellt zufrieden


Die 752 ländlichen und 217 gewerblichen Genossenschaften sowie die 62 Kreditgenossenschaften mit Warengeschäft erwirtschafteten 2015 einen Gesamtumsatz von rund 12 Mrd. €. Der leichte Rückgang von 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 12,2 Mrd. € sei vor allem auf die preisbedingte Abnahme der Umsätze in der Milchwirtschaft (minus 12,9 Prozent) und im Raiffeisen-Warengeschäft (minus 5,7 Prozent) zurückzuführen. Das erklärte der Vorstand des Genossenschaftsverbandes Bayern (GVB) Alexander Büchel am Mittwoch vor der Presse in München.

GVB sieht Mengensteuerung kritisch

Beim Ergebnis konnten die Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften jedoch zulegen: Sie verdienten vor Steuern 214,6 Mio. € und damit 11,9 Prozent mehr als im Jahr 2014. Die Situation auf dem Milchmarkt bezeichnete Büchel als „besorgniserregend". Einen erneuten staatlichen Eingriff in die Produktionsmengen nach dem Quotenende vor gut einem Jahr lehnt er jedoch ab. Der GVB spricht sich stattdessen dafür aus, Mechanismen zur Absicherung der Margen der bäuerlichen Betriebe zu entwickeln. „Die größte Herausforderung für die Milchwirtschaft wird die zunehmende Volatilität der Marktgegebenheiten sein", so Büchel.

Er verwies zugleich auf die Stärken des genossenschaftlichen Modells: Die Andienungspflicht in Kombination mit der Abnahmegarantie biete gerade vor dem Hintergrund schwankender Märkte eine hohe Planungssicherheit für die Genossenschaftsmitglieder.

Bestandsschutz für Erneuerbare

Der weitere GVB-Vorstand Jürgen Gros warnte davor, die in den vergangenen Jahren gewachsene Akteursvielfalt und Dezentralität in der Energiewirtschaft aufs Spiel zu setzen. Die Strukturen, die auch von den 264 Energiegenossenschaften in Bayern getragen werden, müssten erhalten bleiben.

Der Verband pocht darauf, dass die vom Gesetzgeber in der Vergangenheit gegebenen Vergütungszusagen für die von Genossenschaften betriebenen erneuerbaren Energieanlagen eingehalten werden: „Der Bestandsschutz bleibt die Grundvoraussetzung für das Vertrauen von Bürgern, Unternehmen und Investoren in das politische Projekt der regenerativen Energien", so Gros. (HH)
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