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Verfügbarkeit kurbelt Verbrauch an – Milchprodukte weit über Durchschnitt

Agrarzeitung Ernährungsdienst 19. Juli 2006; Von Brigitte Stein, Frankfurt a.M.

Der Umsatz mit Bio-Produkten in Deutschland wächst zweistellig, aber nicht für alle Warengruppen gleich. Das Marktforschungsunternehmen AC Nielsen macht Gesundheitsbewusstsein als stärkstes Kaufargument der Verbraucher aus.

Der Umsatz mit Bio-Produkten wuchs im Jahr 2005 um 10 Prozent fanden die Marktforscher von AC Nielsen heraus. Drei Warengruppen allerdings kurbelten den Umsatz besonders stark an: Milchprodukte wuchsen um 22 Prozent, Säfte um 27 Prozent und pflanzliche Brotaufstriche um 29 Prozent. Das Wachstum des Bio-Marktes führen die Marktforscher auf ein wachsendes Interesse der Verbraucher an gesunder Ernährung zurück. Dies gilt übrigens nicht nur in Deutschland: Mehr als zwei Drittel der weltweit Befragten sagen: „Biokost ist gesünder für mich und meine Kinder.“

Bereits ein Viertel aller Haushalte in Deutschland behaupte von sich, Wert auf „biologisch reine Nahrungsmittel“ zu legen, ergab die Umfrage von Nielsen. Insbesondere alleinstehende Senioren und Paare, deren Kinder nicht mehr im gleichen Haushalt leben, nennen dieses Kaufargument. Für „naturreine“ Produkte auch mehr Geld auszugeben, sind 20 Prozent der befragten Haushalte bereit – auch hier stimmen vor allem Senioren zu und die Paare, deren Kinder nicht mehr im selben Haushalt wohnen.

Im internationalen Vergleich ist für deutsche Verbraucher der Tierschutz ebenfalls ein gewichtiges Argument für Bio-Produkte, das 29 Prozent der Befragten nennen, die Bio-Produkte kaufen. In Lateinamerika und Nordamerika hingegen liegt den Bio-Kunden neben der eigenen Gesundheit vor allem die Gesundheit ihrer Kinder am Herzen.

Zudem fördert der internationale Vergleich zu Tage, wie gut Bio-Produkte in Deutschland verfügbar sind. Denn hier nennen nur 5 Prozent der Verbraucher, die keine Bio-Produkte kaufen, dies als Argument. 16 Prozent der deutschen Bio-Verweigerer sind nicht davon überzeugt, dass die mit „Bio“ gekennzeichneten Produkte tatsächlich so hergestellt werden, wie es behauptet wird. Stärkstes Argument für die Kaufablehnung bei deutschen Verbrauchern ist der hohe Preis, den 54 Prozent bei der Umfrage erwähnen. In Europa und Nordamerika ist dies für 40 Prozent der Nicht-Käufer ein Grund. In Asien-Pazifik ist dagegen der hohe Preis nur für 37 Prozent Ursache für die ablehnende Haltung zu Bio-Produkten.
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