Report Biogas-Substrate

Getreide-GPS als Lösung fürs Greening


Genauer Vergleich: Parzellenernte der Versuchsflächen.
-- , Foto: Baywa
Genauer Vergleich: Parzellenernte der Versuchsflächen.

Ganzpflanzensilage aus Getreide wird Mais als Spitzenreiter unter den Biogassubstraten wohl nicht ablösen. Allerdings ist der Anbau von neuen Getreidemischungen im Zweifruchtsystem eine vielversprechende Ergänzung für den Substratmix. Denn der Gesamtertrag von Wintergetreide-GPS gefolgt von Sommergetreide-Mischungen erreicht Maisniveau.

Eine Reihe von Argumenten spricht dafür, maislastige Fruchtfolgen aufzulockern: Bei geringerem Maisanteil in der Fruchtfolge sinkt das Befallsrisiko mit Krankheiten und Schädlingen. Arbeitsspitzen lassen sich entzerren. Eine Bodenbedeckung mit Getreide über Winter vermindert Erosion und Nährstoffauswaschung. Mit dem Anbau mehrerer Kulturen lässt sich das Risiko von Mindererträgen durch immer häufiger auftretende Witterungsextreme streuen. Wegen der mehrmaligen Ausbringmöglichkeiten für Gülle ist weniger Lagerkapazität nötig. Betriebe mit sehr enger Maisfruchtfolge können durch den Anbau einer weiteren Kultur die Greening-Auflagen besser erfüllen. Um die Erträge von Getreide-GPS im Zweifruchtsystem mit dem Potenzial von Mais zu vergleichen, hat die Baywa einen Versuch im Rahmen einer Projektarbeit an der TU München-Weihenstephan durchgeführt.

Drei Standorte im Test

An den Versuchsstandorten Gründl in Oberbayern, Biberach in Württemberg und Hohenroth in Unterfranken wurden TM- und Methanertrag ermittelt. Die Mischung Triple Energy von Planterra aus Triticale, Populationsroggen und Hybridroggen bildete die Erstfrucht. Direkt nach der Ernte im Juni erfolgte die Aussaat der Zweitfruchtmischung Sommer-Energie-Mix mit Sommertriticale-Sorten sowie Populationsroggen.

Insgesamt erreichten die Erst- und Zweitfrucht somit Erträge von 190 bis 240 dt TM/ha. Das entspricht dem Ertragsniveau von Silomais in den Regionen. Die gemachten NIRS-Analysen zeigen, dass die TM-Erträge mit Mais zwar gleichauf liegen, der Methanertrag bei Mais aber leicht höher ist. Um möglichst hohe Erträge mit Getreide-GPS zu erzielen, ist eine intensive Bestandesführung wichtig. Der optimale Aussaattermin der Erstfrucht Triple Energy liegt im September bei einer Saatstärke von 240 bis 330 Körnern/m2.

Ob sich die Sommer-Zweitfrucht mit einer Untersaat kombinieren lässt, wurde in den Versuchen in weiteren Varianten mit Welschem Weidelgras als Untersaat zusätzlich geprüft. Das wichtigste Ergebnis ist dabei: Die Beimengung von Welschem Weidelgras hat den Ertrag der Energiemischung nicht geschmälert. Die Ernte der Untersaat kurz vor der Maisaussaat im darauffolgenden Frühjahr ergab sogar einen zusätzlichen TM-Ertrag von 50 bis 70 dt/ha.

Die Gründe für diese hohen Erträge waren die optimale Herbstwitterung und der milde Winter. Nur dadurch lag der Gesamtertrag aus Erst- und Zweitfrucht plus Untersaat etwa 25 Prozent höher als beim Mais. Eine Unkrautunterdrückung durch die Untersaat von Welschem Weidelgras ließ sich im Versuch nicht feststellen.

Fest steht, dass das Zweifruchtsystem teurer ist als der alleinige Anbau von Mais. Denn Mais liefert hohe Erträge, der Anbau ist einfach zu mechanisieren und die Verfahrenskosten sind gegenüber Grünland- und Mehrfruchtsystemen niedriger.

Fruchtfolge aufgelockert

Die größten Kostenblöcke von Zweifruchtsystemen sind die zweimalige Bodenbearbeitung, Aussaat und Ernte. Zudem fallen je nach Standort und Jahr noch zusätzliche Pflanzenschutzkosten an. Die Mehrkosten für das Zweitfruchtsaatgut liegen rund 10 Prozent höher als bei der Aussaat von Mais. Die Gesamtkosten des Getreide-GPS-Systems liegen im Schnitt rund 60 Prozent über den Kosten des Maisanbaus.

Dennoch ergeben sich auf vielen Betrieben Vorteile wie die Fruchtfolgeauflockerung auch im Hinblick auf das Greening, die Risikostreuung oder das Entzerren von Arbeitsspitzen. Zudem ist das System mit Substratkosten von 6 bis 8 €/dt TM als Ergänzung zu Mais wirtschaftlich einsetzbar.

Horst Spateneder und Mathias Adam, Baywa, München
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