az Seminar Agrarmärkte 2016

Getreide kontinuierlich abgeben

Hans-Christian Hülsmann, Bremer Landesbank (links), und az-Korrespondent Jan Peters gaben Denkanstöße und Analysen.
-- , Foto: Thomas Wulff
Hans-Christian Hülsmann, Bremer Landesbank (links), und az-Korrespondent Jan Peters gaben Denkanstöße und Analysen.

Landwirte sollten ihr Getreide kontinuierlich abgeben, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Diese Auffassung vertrat Andreas Schiwek von der Bunge Handelsgesellschaft Hamburg GmbH heute auf dem az–Seminar Agrarmärkte in Hamburg. Die Drittlandexporte könnten sich für deutschen Weizen in diesem Wirtschaftsjahr auf 5,0 bis 5,5 Mio. t belaufen. Damit liegen sie deutlich unter den Vorjahreszahlen von 7,7 Mio.t. Bis Ende Dezember werden lediglich knapp 2,0 Mio. t ausgeführt sein.

Die baltischen Erfasser sieht Schiwek in diesem Jahr als äußerst aggressiv in der Vermarktung. Die Abgabebereitschaft ist hier deutlich stärker vorhanden als in Deutschland. Das Baltikum und Polen bedienen die Nachfrage aus Saudi-Arabien. Die inländischen Mühlen sieht der Marktexperte besser gedeckt als in den Vorjahren. Auch Marion Rolf, Geschäftsführerin der Fugema GmbH, Malchin fordert auf der Veranstaltung die Landwirte auf, den Markt zu bedienen, wenn er vorhanden ist. Den richtigen Vermarktungszeitpunkt zu finden sei wichtiger, als den letzten Euro in der Preisfindung zu bekommen. Ansonsten würde Geld in der Wertschöpfungskette vernichtet.



Langes Lagern von Getreide könne Qualitätsprobleme nach sich ziehen. Auch der weite Transport von Getreide koste Geld. Wenn sich zudem die Exportaktivitäten auf einen engen Zeitraum konzentrieren, entstehen hohe Lagerkosten und Liegegelder für Schiffe. Die Ware kann häufig nicht schlank abfließen. Die Forderung der kontinuierlichen Marktversorgung stellte die Marktexpertin auch an den Handel. Es sei zudem wichtig, sich mit der Landwirtschaft auf Augenhöhe zu entwickeln, um wettbewerbsfähig zu bleiben. (dg)
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