Getreideintervention wird deutlich wachsen

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Die Getreideintervention wird in der EU-25 im Wirtschaftsjahr 2004/05 in Anspruch genommen werden. 12,6 Mio. t Getreide könnten sich am Ende des Wirtschaftsjahres in Lägern der EU anhäufen, schätzt der europäische Getreidehandelsverband Coceral. Heute liegen in den Interventionslägern nur etwa 3,6 Mio. t Getreide, allein 3,4 Mio. t davon befinden sich in Deutschland. Neu ist ab dem 1. November 2004 die Interventionsmöglichkeit in den zehn EU-Beitrittsländern. Die Interventionsmenge könnte 2004/05 sogar noch höher ausfallen, wenn die EU ihre Getreideexporte nicht auf die von Coceral veranschlagte Menge von 23,3 Mio. t steigern kann. Die EU-Kommission hielt vergangene Woche im Beratenden Ausschuss Getreide in Brüssel die vom Handelsverband angenommene Exportmenge jedenfalls für recht optimistisch geschätzt.

Ungarn kündigt in einem Brief an die Kommission bereits mögliche Interventionsandienungen von 6 bis 7 Mio. t Getreide an, falls Brüssel Ausfuhrerstattungen weiterhin verweigere. In Deutschland wird mit mehreren Millionen Tonnen Gerste in der Intervention gerechnet, nachdem Gerste häufig von Futterweizen und Roggen aus den Futtermischungen verdrängt wird. Trotz der Sorge über überfüllte Interventionslager schob die Kommission die Forderung nach Ausfuhrerstattungen für Weizen oder Gerste im Beratenden Ausschuss weit von sich. (Mö)

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