Getreidemarkt bleibt unter Mengendruck

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Die globale Getreideversorgung im kommenden Wirtschaftsjahr 2009/10 wird voraussichtlich genauso reichlich sein wie in der laufenden Saison. Die neue Ernte wird zwar nicht so riesig ausfallen, dafür sind im Sommer hohe Getreidevorräte aus der Rekorderzeugung 2008/09 zu erwarten. Der Internationale Getreiderat (IGC) beziffert in seiner März-Schätzung die globale Weizenernte 2009/10 auf 651 Mio. t. Das wäre die zweithöchste je geerntete Menge. Auch die Erzeugung der anderen Getreidearten wie Mais, Gerste oder Roggen könnte nach IGC-Schätzung wieder ein recht hohes Niveau erreichen. Für alle Getreidearten (außer Reis) hält es der IGC nach den bisher bekannten Anbauabsichten für möglich, dass die globale Erzeugung 2009/10 etwa 1,73 Mrd. t erreicht. Das wären zwar 60 Mio. t weniger als in der laufenden Saison. Etwa um diese Menge werden jedoch die globalen Getreidevorräte zu Beginn der neuen Saison höher sein.

Das bedeutet, dass im Wirtschaftsjahr 2009/10 genauso viel Getreide zur Vermarktung ansteht wie 2008/09. Da jedoch vermutlich die Nachfrage, vor allem aus der Fütterung, sinken wird, stehen vorerst die Zeichen auf Mengendruck. Allerdings können sich in den kommenden Monaten die optimistischen Ernteprognosen deutlich verringern. Unwahrscheinlicher ist dagegen, dass es zu einer Belebung der Nachfrage kommt. (db)

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