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In Russland setzt sich die Tendenz zur Verschlechterung der Getreidequalität fort. Nachdem noch Anfang der 90er Jahre der Anteil des als Brotweizen eingestuften Produkts bei 87 Prozent gelegen hatte, sank dieser im vergangenen Jahr auf 64 Prozent, konstatierte das Präsidium der Russischen Akademie der Landwirtschaftswissenschaften. Dabei ging der Anteil von Qualitätsweizen an den gesamten Weizenankäufen von 11 auf weniger als 1,5 Prozent zurück. Diese Tendenz schlägt sich in der sinkenden Qualität von Mehl und Brot nieder. Eine der Ursachen hierfür sehen die Experten darin, dass bei der Züchtung neuer Sorten immer stärker auf die Ertragssteigerung auf Kosten der Qualität abgezielt wurde. Außerdem wiesen sie auf ein gesunkenes technologisches Niveau des Getreideanbaus in den wichtigsten Erzeugergebieten hin sowie auf die Ausweitung der Weizenproduktion in den Regionen des Landes, wo die natürlichen Bedingungen für die Erzeugung von Quaitätsweizen ungünstig sind. Teilweise trage auch der Großhandel zur Verschlechterung der Situation bei, indem vorwiegend billigerer Weizen mit niedrigem Glutengehalt angekauft werde. (pom)
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