Getreidequalitäten in Thüringen in kritischem Zustand

In Thüringen ist die diesjährige Getreideernte zu zwei Dritteln eingebracht. Die Qualitäten der ungeernten Partien bewertet das Agrarministerium als kritisch. "Die Erntemengen sind im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt akzeptabel. Kritisch ist die Qualität bei Partien, die noch nicht geerntet sind", sagte Thüringens Landwirtschaftsminister Jürgen Reinholz bei der Erntekonferenz in Bad Langensalza. Derzeit seien zwei Drittel der Felder geerntet. Der Anbau von Getreide und Ölfrüchten erfolgt in Thüringen 2010 auf einer Fläche von rund 500.000 ha. Seit dem Witterungsumschwung Mitte Juli konnten die Landwirte nur wenige Tage mit den  Mähdreschern auf den Feldern arbeiten. Die Wintergerste liege mit rund 72 dt/ha fast auf Vorjahresniveau. Winterweizen sei erst zur Hälfte abgeerntet und stehe noch auf mehr als 100.000 ha, führte Reinholz aus. Der Durchschnittsertrag für Weizen betrage rund 10 Prozent weniger als im Vorjahr.

Die Qualitäten der noch zum Drusch anstehenden Kulturen seien sehr differenziert.  Besonders beim Winterweizen, der in Thüringen vorwiegend in den hohen Qualitätsstufen E und A für Backweizen angebaut werde, dürften die erforderlichen Werte bei Rohprotein und Fallzahl nicht mehr erreichbar sein. Wenn möglich, müssten die noch guten Partien so schnell wie  möglich gedroschen werden, so der Minister. Danach sollten sie nach Qualitäten sortiert eingelagert werden. (da)
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