Fleischbranche

Gewerkschafter kritisieren Briefkastenfirmen


Seit Jahren lasse sich beobachten, dass europäische Fleischunternehmen große Teile ihres Geschäfts nach Deutschland verlagern, heißt es in einer Mitteilung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Grund dafür sei, dass sich dort die Löhne für osteuropäische Arbeitnehmer besonders gering halten ließen, folgert der DGB aus einer heute vorgelegten Studie des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB). Ein zentrales Instrument seien dabei Briefkastenfirmen mit Sitz in europäischen Nachbarländern. In dem EGB-Report istdie Rede von "kriminellen Netzwerken, die nicht nur gegen Sozialstandards verstoßen, sondern auch Steuerbetrug und Arbeitsrechtsverletzungen begehen", so der DGB.

So belege der EGB-Report, dass in der Fleischindustrie deutsche Unternehmen Werkverträge regelmäßig an Subunternehmer vergeben würden. Bei diesen handele es sich "nicht selten" um reine Briefkastenfirmen, die entweder im (ost-) europäischen Ausland registriert oder deutsche Tochtergesellschaften ausländischer Firmen seien. Daraus gewonnene Vorteile für die Unternehmen seien zugleich klare Nachteile für die entsandten Beschäftigten sowie die Allgemeinheit, bemerkt der DGB.

Als Beispiele für Unternehmen werden in dem Report der Fleischverarbeiter Danish Crown an seinen deutschen Standorten Essen und Oldenburg sowie die Casus GmbH in Bremen genannt. (jst)
stats