Ekotechnika

Gläubiger erwirken Kompromiss


Am Mittwoch stimmen die Gläubiger der Ekotechnika-Anleihe zum zweiten Mal über das Sanierungskonzept des Unternehmens ab, das im Zuge des Ukraine-Russland-Konflikts und der Rubelabwertung in eine schwere Schieflage geraten ist.

Im Vorfeld der Sitzung einigte sich die Geschäftsführung der Ekotechnika GmbH, der deutschen Holding des Händlers für internationale Landtechnik, auf einen Kompromiss mit den Anleihegläubigern. Die Besitzer der Anleihe haben eine Beteiligung an etwaigen Gewinnen der Gesellschaft gefordert. Zudem sollen sie dabei den Vorzug vor der Holding erhalten. Dem stimmte die Ekotechnika GmbH nun zu.

Erste Abstimmung ohne Ergebnis

Eine erste, schriftliche Gläubigerbefragung zum Restrukturierungskonzept der Ekotechnika Anfang April war ohne Ergebnis geendet. Die zweite Befragung am Mittwoch findet nun in Form einer Versammlung am Sitz der Holding in Walldorf statt. Man wolle sich nicht zu einer Prognose zum Ergebnis der Abstimmung hinreißen lassen, hieß es von der Presseagentur des Unternehmens - man sei aber 'guter Dinge', dass dieses Mal ein Ergebnis erreicht würde.

Um die Zukunft des Unternehmens zu retten, hat die Geschäftsführung der Holding ein umfassendes Restrukturierungskonzept vorgelegt. Es sieht im Kern eine Umwandlung der Ekotechnika GmbH in eine Aktiengesellschaft vor, um das Eigenkapital des Unternehmens zu erhöhen. Die Gläubiger hatten kritisiert, dass sie sich so zwar an der Rettung des Unternehmens beteiligen würden, aber nur indirekt über den Aktienkurs von einer positiven Geschäftsentwicklung profitieren würden, und die Holding daher im Vergleich besser gestellt sei. Der jetzt erreichte Kompromiss würde dieses Ungleichgewicht aufheben, da die Gläubiger an etwaigen Gewinnen beteiligt würden.

Rating C

Für das Restrukturierungskonzept der Ekotechnika GmbH gibt es nach Ansichten aus dem Markt wenig Alternativen. Das Unternehmen hatte aufgrund der massiven Abwertung des russischen Rubels infolge des Russland-Ukraine-Konflikts hohe Schulden angehäuft und das „negative Eigenkapital“ zum Ende des Geschäftsjahres 2013/14 vorläufig auf 50 Mio.€ beziffert. Das Rating der Holding wurde inzwischen auf ‚C‘ herabgesenkt, was für eine sehr schlechte Bonität steht. (pio)
stats