Konsolidierung

Glencore auf Brautschau


Für eine Übernahme wie vor vier Jahren Viterra braucht Glencore heute einen Partner.
-- , Fotos: Glencore, Lupo/pixelio.de
Für eine Übernahme wie vor vier Jahren Viterra braucht Glencore heute einen Partner.

„Die Glencore-Agrarsparte muss wachsen“, betonte Ivan Glasenberg, Vorstandsvorsitzender des Konzerns, am Dienstag nach der Vorlage der Jahreszahlen 2015. „Es ist kein Geheimnis. Wir sind ziemlich schwach in den USA“, zitiert ihn agrimoney.com von der Investorenkonferenz. Stark sei Glencore in Australien, Kanada und Russland. Dagegen fehle Präsenz in einigen anderen wichtigen Agrarhandelsnationen. Es sei Zeit, eine Partnerschaft einzugehen, so Glasenberg weiter.

Aus eigener Kraft kann Glencore eine Übernahme zurzeit nicht stemmen. Der Konzern ist hoch verschuldet und hat 2015 tiefrote Zahlen geschrieben. Daran ist jedoch nicht der Agrarsektor Schuld. Er hat zwar auch einen deutlichen Umsatz- und vor allem Gewinnrückgang zu verbuchen. Doch der Glencore-Chef verweist auf das „sehr starke Ergebnis“ im Vorjahr, zu dem 2014 insbesondere Kanada beigetragen hatte.

Die großen Fünf

Glencore zählt mit einem Agrarumsatz von rund 23 Mrd. US-$ im Jahr 2015 zur ABCDG-Gruppe (ADM, Bunge, Cargill, Dreyfus, Glencore). Die Konzerne handeln international mit Getreide sowie Ölsaaten und verarbeiten zum Teil die Agrarrohstoffe. Das Jahr 2015 war für alle Unternehmen wegen der gesunkenen Rohstoffpreise umsatzschwächer. (db)

Damit hat sich die Übernahme des kanadischen Getreidehändler Viterra vor vier Jahren ausgezahlt, mit der Glencore seine Position am kanadischen und australischen Markt stärken konnte.

Glasenberg äußerte jetzt vor Investoren darüber hinaus die Einschätzung, dass im internationalen Agrarhandel eine weitere Konsolidierung anstehe. Für seine Absichten der Partnerschaft kann er sich auch vorstellen, mehrere Unternehmen in ein Boot zu holen. Glencore wolle aber in einer solchen Konstruktion die Mehrheitsbeteiligung halten. (db)
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