Glencore auf Wachstumskurs

Das Agrargeschäft bereitet dem internationalen Handelskonzern Glencore Freude. Wachstum steht auf der Agenda. „Die Fundamentaldaten der Branche sind so positiv wie seit einiger Zeit nicht mehr", kommentiert Ivan Glasenberg, Vorstandsvorsitzender der Glencore AG mit Hauptsitz in Zug, Schweiz.

Der Sektor Agrarwirtschaft habe in den ersten sechs Monaten dieses Jahres eine „starke Performance" gezeigt. Von der Übernahme der kanadischen Viterra verspricht sich Glasenberg weiteres Wachstum. Sie soll im 3. Quartal 2012 abgeschlossen sein.

Für das 1. Halbjahr 2012 berichtet Glencore, dass der Agrarumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7 Prozent auf reichlich 9,4 Mrd. US-$ zugelegt hat. Innerhalb der Agraraktivitäten hat sich der Handel dynamischer entwickelt, wogegen die Verarbeitung stagniert.

Glencore nennt schwache Margen in den Ölmühlen, besonders in Europa. Hier hat der Konzern durch Akquisitionen die Basis erweitert. Die Ende 2011 übernommenen Ölmühlen im tschechischen Usti und im polnischen Bodaczow laufen seit diesem Jahr unter Glencore-Flagge. Außerdem berichtet der Konzern, dass im Februar eine Verarbeitung für Sonnenblumensaat im ukrainischen Charkiw gekauft worden ist. Schließlich ist eine neue Anlage im ungarischen Fokto im Betrieb.

Die Glencore-Tochter Biopetrol AG ist allerdings im bisherigen Verlauf des Jahres 2012 in schwieriges Fahrwasser gekommen. Im Mai war entschieden worden, die Biodieselherstellung an einem der beiden Rotterdamer Standorte zu beenden. In Deutschland gehört das Werk in Rostock zum Konzern.

Hauptumsatzträger von Glencore sind Industrie- und Edelmetalle sowie Energierohstoffe. Im gesamten Konzern ist der Umsatz im 1. Halbjahr 2012 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17 Prozent auf rund 108 Mrd. US-$ gestiegen. Im Jahr 2011 hat der Umsatz insgesamt 186 Mrd. US-$ erreicht, zu denen das Agrargeschäft etwa 9 Prozent beigesteuert hat. (db)
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