Der Bergbaukonzern Glencore will bis Ende des Jahres seine Nettoschulden auf 25 Mrd. US-$ reduzieren. Wie der Rohstoffgigant am Mittwoch mitteilte, sollen bis Ende 2016 sogar nur noch 20 Mrd. US-$ an Verbindlichkeiten in den Büchern stehen. Mitte des Jahres war Glencore noch mit knapp 30 Mrd. US-$ verschuldet. Vor allem die Kapitalerhöhung über 2,5 Mrd. US-$ sowie Einsparungen im Vertrieb in ähnlicher Größenordnung hätten nun zu dem signifikanten Abbau beigetragen.

In Marktkreisen kamen jüngst Befürchtungen auf, ob der Konzern angesichts der gefallenen Rohstoffpreise bei rückläufigen Einnahmen seine Kredite noch bedienen kann. Ein Kurssturz der Aktie veranlasste das Unternehmen Ende September, in dieser Hinsicht Entwarnung zu geben.


Neben der Aufstockung des Kapitals und Sparmaßnahmen hat Glencore im Oktober drei Anleihen im Nominalwert von 1,95 Mrd. US-$ zurückbezahlt und eigene Obligationen für 400 Mio. US-$ am Markt erworben. Ende November sollte zudem ein Vorschuss von Silver Wheaton über 900 Mio. $ eintreffen. Die Zahlung hängt mit einer Finanztransaktion zusammen, mit der Glencore zum ersten Mal einen Teil der künftigen Produktion ihrer peruanischen Silbermine Antamina auf Termin verkauft.

Landwirtschaftsgeschäft steht zum Verkauf

Um den Schuldenberg abzubauen, will Glencore auch seine Anteile am Landwirtschaftsgeschäft verkaufen. Dadurch sollen 2 Mrd. US-$ in die Kassen gespült werden. Auch hat das Unternehmen, das 2014 unter dem Strich noch 4,3 Mrd. US-$ verdient hatte, seine Kupferminen im chilenischen Lomas Bayar sowie in Australien ins Schaufenster gestellt.


Seit ihrem spektakulären Einbruch Ende September auf 68 Pence hat sich die Aktie des im schweizerischen Steuerparadies Baar im Kanton Zug ansässigen Bergbaukonzerns fast verdoppelt. Auch am heutigen Mittwoch legte das in London, Hongkong und Johannesburg notierte Papier um über 6 Prozent zu auf zuletzt 126,85 britische Pence.

Auslöser ist jedoch nicht die bis dato ausgebliebene Wende bei den Rohstoffpreisen. Vielmehr hat Glencore einen neuen Plan zur weiteren Reduzierung der Kupferproduktion vorgestellt. Statt wie Anfang September verkündet um 400.000 Tonnen, soll die Kupferproduktion bis Ende 2017 nun um 455.000 Tonnen reduziert werden.

Glencore sieht sich mit diesen Maßnahmen gut gerüstet und bekräftigte die Prognose, 2015 vor Zinsen und Steuern zwischen 2,5 Mrd. und 2,6 Mrd. US-$ zu verdienen. (sp)
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