Turbulente Märkte

Glencore erwartet schwache Preise


Als „Jahr der Herausforderungen und Möglichkeiten“ bezeichnete Ivan Glasenberg, Vorstandschef von Glencore, das Geschäftsjahr 2014 bei Vorstellung der Bilanz heute im schweizerischen Baar. Das Konzernergebnis ist auf 4,3 (2013: 4,8) Mrd. US-$ zurückgegangen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen Ebitda weist Glencore mit 12,8 (13,1) Mrd. US-$ aus. Überversorgte Kohle- und schwache Rohölmärkte hätten die Bilanz gedrückt. Hinzu kamen geopolitische Spannungen in Nahost und in der Ukraine sowie eine noch nicht ausgestandene Finanzkrise in Europa.

Viterra-Übernahme trägt Früchte

Vergleichsweise positiv steht die Agrarsparte des Rohstoffriesen dar. Hier klettert das Ebitda auf 1,2 Mrd. US-$, nach nur 444 Mio. US-$ im Jahr 2013. Die Übernahme des kanadischen Erfassungshändlers Viterra trage Früchte, so Glencore. Ebenso entwickele sich das Ölsaatengeschäft in Europa und Südamerika erfreulich. So habe die Ölmühle im argentinischen Timbues heblich zu einer deutlichen Steigerung des Crush‘ beigetragen.

Ölsaaten-Crush zieht an

Insgesamt stieg die Verarbeitung und Erzeugung von Agrarerzeugnissen im Jahresvergleich um 16 Prozent auf 10,8 (9,3) Mio. t an. Die Ölsaatenverarbeitung kletterte auf 5,7 (3,6) Mio. t.

Schwaches Biodiesel-Geschäft

Die Stimmung an den Agrarrohstoffmärkten wird nach Einschätzung von Glencore erst einmal gedrückt bleiben. Die Rekordernten in den USA sowie eine sehr hohe Weizenerzeugung in der EU drücken auf die Preise.

Für 2015 erwartet Glencore steigende Einkünfte im Ölsaaten-Crush durch die hoch erwarteten Sojabohnenernten in Südamerika. Dagegen dürften schwache Dieselpreise das Geschäft mit Biodiesel belasten.  

Dennoch investiert Glencore in die Sparte. Das Unternehmen beabsichtigt, die Prokon Pflanzenöl GmbH in Magdeburg für 134 Mio. US-$ zu kaufen. Die Übernahme müsse von den Kartellbehörden genehmigt werden. Einen Abschluss erwartet Glencore nach eigener Aussage im 1. Halbjahr 2015.

Rohstoffmärkte drehen ins Negative

Das Marktumfeld für viele Rohstoffe sei ins Negative gedreht oder würde sich negativ entwickeln. Die Finanzmärkte würden Rohstoffe weiterhin bärisch bewerten, so Glasenberg. Dem stünde aber eine stabile, physische Nachfrage gegenüber.

Als Ziel für 2015 gibt der Rohstoffkonzern organisches Wachstum bei gleichzeitigem Sparen aus. So werden Investitionen im Geschäftsbereich Kohle verschoben. (pio)
stats