Halbjahresbilanz

Glencore leidet unter Exportsteuer


Die Glencore Plc., Baar (Schweiz), weist im Agrarsektor im 1. Halbjahr 2015 einen Umsatz von 11,9 Mrd. US-$ aus. Er ist um rund 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Der bereinigte operative Gewinn (Ebit) hat sich mehr als halbiert. Mit 230 Mio. US-$ ist diese Kennzahl um 55 Prozent niedriger als im 1. Halbjahr 2014, das allerdings auch – so begründet Glencore-Chef Ivan Glasenberg den Rückgang – ein „sehr starkes Ergebnis“ geliefert hätte.

Diversifizierter Konzern
Glencore hat 2014 einen Umsatz von 224 Mrd. US-$ erzielt. Der globale Rohstoffkonzern ist aktiv im Energiehandel und Bergbau. Der Agrarsektor hat 2014 rund 26 Mrd. US-$ Umsatz beigesteuert. Der Großteil stammte aus dem internationalen Handel mit Agrargütern. Hinzu kam Umsatz aus den Ölmühlen, Biodieselwerken und Zuckerrohrmühlen. In Deutschland ist Glencore an Biopetrol mit dem Werk in Rostock beteiligt. Außerdem gehört seit 2015 die Prokon Pflanzenöl GmbH in Magdeburg zu Glencore. (db)
Als einen weiteren wichtigen Faktor für den Konzern, der stark im russischen Getreideexport engagiert ist, nennt Glasenberg im heute vorgelegten Halbjahresbericht die Exportsteuer für Weizen, die in Russland im Februar 2015 eingeführt wurde. Sie ist zwar mittlerweile durch eine an den Rubelkurs gebundene variable Exportabgabe ersetzt worden. In Schwung gekommen sind die russischen Weizenexporte nach der Ernte 2015 jedoch nicht so richtig.

Schwache  Margen in europäischen Ölmühlen

Im Verarbeitungssektor berichtet Glencore von geringeren Mengen. In den Ölmühlen konnte der Crush mit rund 2,7 Mio. t im 1. Halbjahr 2015 jedoch leicht ausgebaut werden werden. Dies führt das Unternehmen auf zusätzliche Kapazitäten durch die neu erworbene Prokon Pflanzenöl GmbH in Magdeburg zurück.

Allerdings berichtet Glencore von schwachen Margen in den europäischen Ölmühlen, die sich außerdem in Tschechien, Polen, Ungarn und der Ukraine befinden. Besser abgeschnitten hätten dagegen die Sojaverarbeitungsstätten in Argentinien. Weiter rückläufig um 27 Prozent im Vergleich der Halbjahre war die Biodieselerzeugung, die von Januar bis Juni 2015 nur noch rund 250.000 t erreicht hat. (db)
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