Übernahmepläne

Glencore sucht Nähe zu Bunge

In die internationale Agrarhandelsstruktur kommt Bewegung. Es gibt Spekulationen über eine Großübernahme. Ein Partner bestätigt Gespräche, der andere dementiert jedoch.

Der Schweizer Rohstoffkonzern Glencore ist mit dem US-Agrarhändler Bunge Limited in Gesprächen über eine Zusammenlegung der Agrarsparten. Am Dienstag Abend bestätigte dies jedenfalls ein Sprecher von Glencore. Zuvor hatte das Wall Street Journal berichtet, dass Glencore Bunge kaufen will.

In einer Reaktion widerspricht Bunge kurz darauf jedoch Absichten über einen Zusammenschluss. Das Unternehmen befinde sich nicht in Gesprächen mit Glencore. „Bunge wird weiter seine globale Agri-Food-Strategie verfolgen und dabei alle Chancen für Wachstum und Wertschöpfung nutzen“, heißt es am Firmensitz in New York.

Glencore-Chef Ivan Glasenberg plant schon seit längerem einen Zukauf. „Die Glencore-Agrarsparte muss wachsen“, sagte er vor ziemlich genau einem Jahr bei einer Investorenkonferenz und begründete dies so: „Es ist kein Geheimnis. Wir sind ziemlich schwach in den USA.“

Die großen Fünf
Glencore hat 2016 einen Agrarumsatz von 22 Mrd. US-$ und Bunge von 43 Mrd. US-$ erzielt. Beide Konzerne zählen zur ABCDG-Gruppe (ADM, Bunge, Cargill, Dreyfus, Glencore), die international mit Agrarrohstoffen handeln und sie zum Teil verarbeiten. Glencore betreibt in Deutschland ein Biodieselwerk in Rostock und hat 2016 die Ölmühle in Magdeburg gekauft. Zu Bunge gehört die Ölmühle in Mannheim. (db)
Allerdings hatte Glencore bis vor kurzem damit zu tun, Schulden abzubauen, die 2015 nach der Übernahme der Bergbauaktivitäten von Xstrata aufgelaufen waren. Eine Finanzspritze kam 2016 auch durch den kanadischen Pensionsfonds Canada Pension Plan Investment (CPPIB), der 40 Prozent der Anteile an der Glencore-Agrarsparte erworben hatte. (db)
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