Mit allen Mittel will der überschuldete Schweizer Rohstoffkonzern Glencore seine Verbindlichkeiten reduzieren: Nachdem Firmenchef Ivan Glasenberg bereits Beteiligungen verkauft, das Kapital erhöht und die Dividende gestrichen hat, knöpft er sich nun die Anleihen vor. Angesprochen werden die Besitzer von in US-$ ausgegebene Papieren mit einer Laufzeit bis 2018 und 2019 in einem Gesamtvolumen von 1,25 Mrd. US-$, teilte Glencore am Montag mit. Diese müssen bis zum 17. Oktober der vorzeitigen Rückgabe zustimmen, wenn sie an dem Programm teilnehmen wollen.

Zum Ende des 1. Halbjahres 2016 wies Glencore einen Verlust für die Aktionäre von 369 Mio. US-$ aus. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) brach im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2015 um knapp 40 Prozent auf 875 Mio. US-$ ein. Die Rohstoffsparte leidet, aber auch der Preisverfall im Agrargeschäft macht Glencore zu schaffen. Hauptproblem des britisch-schweizerischen Rohstoffriesen ist der hohe Schuldenberg von 23,6 Mrd. US-$. Bis Ende 2016 will Glasenberg diesen auf 16,5 bis 17,5 Mrd. US-$ reduzieren. (sp)
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