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Mit gerade einmal 35 Millionen Einwohnern beträgt die Bevölkerungsdichte pro Quadratkilometer nur 3,5 Einwohner, in Deutschland kommen dagegen 231 Einwohner auf 1 Quadrat-

kilometer. Wichtigster Handelspartner sind die Vereinigten Staaten. Der Pflanzenbau ist eine der landwirtschaftlichen Säulen. Der Export spielt für das Land am nördlichsten Zipfel des amerikanischen Kontinents eine große Rolle. Mehr liefern wollen die Kanadier nach China.

Neben unendlichen Weiten prägen Berge und viele Seen das Land. Zahlreiche Stauseen liefern Strom und bilden das Rückgrat der Energieproduktion. Allein 360000 Gigawattstunden (GWh) stammen aus Wasserkraft, womit Kanada knapp hinter China der zweitwichtigste Stromproduzent auf diesem Sektor ist. Neben der Kernkraft spielt aber auch die Windenergie eine Rolle. Der größte Windpark befindet sich in der Provinz Alberta. Insgesamt waren in Kanada Ende 2014 Windkraftanlagen mit einer Leistung von 9,7 GW installiert, womit weltweit Platz 7 belegt wird. Die USA und Kanada teilen sich die längste nicht verteidigte Staatsgrenze der Welt. Die Kooperation auf militärischem und wirtschaftlichem Gebiet ist eng, sodass beide Länder im Rahmen des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens jeweils der größte Handelspartner des anderen sind. Kanada verfügt aber auch über andere wichtige Ressourcen wie Kali. Die Potash Corp. in der Provinz Sasketchewan gehört zu den weltweit wichtigen Playern am Düngemittelmarkt.

An Agrarprodukten ist Kanada weltweit einer der größten Lieferanten. Knapp die Hälfte aller Agrarprodukte wird exportiert, vieles davon in die USA. Weizen und Raps zählen zu den wichtigsten Exportgütern des Landes. An Ackerfläche steht in Kanada fast viermal mehr als in Deutschland zur Verfügung, aber mit niedrigeren Erträgen, da vorwiegend Sommerkulturen angebaut werden. An Weizen ernteten kanadische Farmer im vergangenen Jahr 3,6 t/ha, in Deutschland dagegen rund 8 t/ha. Etwa 230000 Farmen werden in Kanada gezählt, rund die Hälfte davon sind Familienbetriebe. Die durchschnittliche Größe liegt bei etwa 315 ha und ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Auch dort findet Strukturwandel statt. Denn an Nachwuchs mangelt es in Kanada. Die Anzahl der Junglandwirte unter 35 Jahren liegt unter 9 Prozent, während Landwirte ab 55 Jahren mit gut 48 Prozent die größte Gruppe ausmachen. Der Rapsanbau ist eine der wichtigen Säulen des Landes. Überwiegend werden gentechnisch veränderte (GV-)Sorten angebaut. Auskreuzungen haben zu vielen Diskussionen, Protesten gegen Monsanto, Rechtsstreiten und Schadensersatzforderungen geführt.

In puncto Tierhaltung ist die Rinderzucht von Bedeutung. In den vergangenen Jahren wurde auch wieder die kommerzielle Zucht von Bisons aufgenommen. Die Geflügel- und Rindfleischerzeugung werden vorwiegend im Land verzehrt. Schweinefleisch ist dagegen bei den Kanadiern nicht so beliebt, sodass von der gesamten Produktion von 1,8 Mio. t rund 1,2 Mio. t exportiert werden. (AW)

Mit herzlichem Dank für die Unterstützung an KS Agrar
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