Quotenende

Globale Chancen nutzen


Hochwertige Milchprodukte sind in den Schwellenländern gefragt, davon werden auch die deutschen Milcherzeuger profitieren, hoffen die Verbände.
-- , Foto: DMK
Hochwertige Milchprodukte sind in den Schwellenländern gefragt, davon werden auch die deutschen Milcherzeuger profitieren, hoffen die Verbände.

Ein breiter Konsens bestehe zwischen Bundesministerium und dem deutschen Milchsektor darüber, dass die staatliche Regulierung der Milchproduktion in der Vergangenheit wichtige Ziele verfehlt habe, teilten die Verbände nach einem Gespräch mit Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) mit. Dies werde umso offensichtlicher, wenn man den zunehmenden Einfluss globaler Märkte auf den Milchsektor betrachte. Die darin liegenden Chancen müssen zukünftig stärker genutzt werden, betonten die Vertreter des Deutschen Bauernverbandes (DBV), des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), des Milchindustrieverbandes (MIV) sowie der Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG).

Quote Relikt der Vergangenheit

Der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes und Milchbauer Udo Folgart stellte im Austausch mit dem Minister klar: „Die Quote ist ein Relikt einer Agrarpolitik der Vergangenheit. Die deutschen Milchbauern begrüßen deshalb die Möglichkeit, ab April 2015 ihre Betriebe individuell weiterentwickeln zu können.“ Allein für das letzte Milchquotenjahr 2014/2015 sind europaweit Rekordstrafzahlungen für Überlieferungen der Quote in Höhe von 1 Mrd. € zu erwarten. Das gesamte Geld aus der Superabgabe müsse unbedingt für die Weiterentwicklung des europäischen Milchsektors genutzt sowie Liquiditätsengpässe der landwirtschaftlichen Betriebe verhindert werden, unterstrich Folgart.

Gegen starre Vorgaben

„Die Bundesregierung ist gefordert, den gesamten Milchsektor beim Übergang zu liberaleren Märkten zu unterstützen. Es ist deshalb wichtig, Erzeuger, aber auch Verarbeiter, nicht mit neuen starren gesetzlichen Vorgaben zu konfrontieren“, betonte der Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes, Manfred Nüssel.

Im Wettbewerb gut aufgestellt

Jakob Ramm, Mitglied im Vorstand des Milchindustrieverbandes, verdeutlichte im Gespräch die grundsätzlich positiven Erwartungen der deutschen Milchwirtschaft für die kommenden Jahre: „Langfristige Trends zeigen uns, wie eine wachsende gesellschaftliche Mittelschicht in Schwellenländern, nicht zuletzt in China, die Nachfrage nach sicheren und hochwertigen Milchprodukten beflügelt. Wir sehen uns mit den deutschen Molkereien im weltweiten Wettbewerb gut aufgestellt.“

Produktion modernisieren

Auch DLG-Präsident Carl-Albrecht Bartmer sieht „große Chancen für die Milchviehhalter durch den freien Milchmarkt. Frei von Quotenkosten könnetrukturen weiterentwickelt und die
Produktion modernisiert werden", betont Bartmer. Die europäische Milchproduktion verstärke sich an den wettbewerbsfähigsten Standorten, zu denen sicher Deutschland gehört, zeigt sich der DLG-Präsindet zuversichtlich. Denn die Stückkosten seien hierzulande niedrig und die Veredelung der Milch in wertvolle Produkte für nationale und globale Märkte würde durch einen leistungsfähigen nachgelagerten Bereich gelingen. (SB)
stats