Marktforum

Globalisierung bietet Vorteile


Für Agrarprodukte aus Deutschland, wie dieses Getreide aus Franken, gibt es gute Absatzchancen auf dem Weltmarkt.
-- , Foto: Oliver Mohr/pixelio.de
Für Agrarprodukte aus Deutschland, wie dieses Getreide aus Franken, gibt es gute Absatzchancen auf dem Weltmarkt.

Vor dem 10. Markforum der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in München forderte Prof. Michael Schmitz mehr Augenmaß, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft nicht zugefährden. Aktuelle Beispiele für potentielle Zusatzlasten sind für den Wissenschaftler von der Justus-Liebig-Universität Gießen die Verschärfung der Düngeverordnung, die Mindestlohnregelung und die hohen Stromkosten. Nicht zuletzt „die typisch deutsche Diskussion zum Thema Tierwohl muss Sorge für den Agrarstandort Deutschland bereiten." Noch hätte die deutsche und bayerische Landwirtschaft, gemeinsam mit ihren Partnern, beste Voraussetzungen, um erfolgreich am internationalen Agrarhandel teilzunehmen. Dabei sind regionaler Handel und internationaler Handel für Schmitz kein Widerspruch. Allerdings eigenen sich nicht alle Unternehmen für den Fernhandel. Insgesamt sind aber die Aussichten für die deutsche und europäische Land- und Ernährungswirtschaft auf den globalen Märkten sehr gut.

Globalisierung keine Gefahr

„Die vorliegenden Preisprognosen bis zum Jahr 2023 weisen durchweg einen positiven Trend auf," so Schmitz. Für ihn ist die Globalisierung nichts Gefährliches, sondern lediglich eine Integration der Wirtschaft in größere Märkte und mehr Arbeitsteilung untereinander. Erfahrung und Geschichte lehren zudem, dass Abschottung und Verzicht auf Arbeitsteilung zu wirtschaftlichem und sozialem Niedergang führen. Als negative Beispiele nannte der Agrarökonom die Länder Kuba und Nord-Korea. Rund 30 Prozent der deutschen Gesamtexporte beruhen auf importierten Vorprodukten aus anderen Ländern. Mit Blick auf die umfangreichen Futtermittelimporte für die Fleisch- und Milcherzeugung gelte dies tendenziell auch für die Exporte aus diesen Branchen.

Professionelle Begleitung notwendig

Eine leistungsfähige Landwirtschaft allein reicht nicht aus um international wettbewerbsfähig zu sein. Schmitz sieht vor allem die Ernährungsindustrie gefordert, Nahrungsmittel in geeigenten Mengen und entsprechender Qualität zu produzieren. Eine besondere Rolle spielen auch die Dienstleister in der Wertschöpfungskette. Ohne professionelle Begleitung von Banken, Versicherungen, Händlern, Lagerhaltern, Beratern und Marktanalysten lasse sich Wettbewerbsfähigkeit nicht erreichen. Für Schmitz sind die gegenwärtig günstigen Energiepreise, der niedrige Zins und der schwache Eurokurse ein enormes Konjunkturprogramm für den Exporthandel. (HH)
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