Verbände aus der Lebens- und Futtermittelindustrie beziehen Stellung gegen die von der EU-Kommission vorgeschlagenen ökologischen Vorrangflächen. Sie argumentieren mit der globalen Versorgungssicherheit. 

Die im Grain Club zusammengeschlossenen Branchenverbände sprechen sich dagegen aus, dass landwirtschaftliche Betriebe 7 Prozent ihrer Ackerfläche als ökologische Vorrangfläche ausweisen sollen. Eine solche Maßnahme käme einem Flächenstilllegungsprogramm gleich, urteilen sie heute in einer gemeinsamen Stellungnahme. 

In Hinblick auf die weltweite Versorgungssicherheit und den globalen Flächenverbrauch, stelle sich die Frage, ob eine Reduzierung der Anbauintensität in Deutschland und der EU zu verantworten sei, heißt es in dem Papier. Ein verminderter Anbau in diesen Hochertragsstandorten für Getreide würde zu Produktionsrückgängen führen und die Versorgungssituation für traditionelle Importländer in Nordafrika erschweren.

In den vergangenen 5 Jahren habe die durchschnittliche Getreidernte in der EU 284 Mio. t betragen. Bereits eine Verminderung der Anbaufläche um 5 Prozent ließe die Produktionsmenge auf 270 Mio. t sinken. Die Nettoexporte der EU beliefen sich durchschnittlich auf 10,6 Mio. t. Daraus werde deutlich, dass im Fall der angestrebten Reduktion der Anbauflächen die EU langfristig zum Nettoimporteur werden könnte, so der Grain Club.   

Grundsätzlich sprechen sich die Verbände für eine internationale Arbeitsteilung in der Weltwirtschaft aus. Ihrer Ansicht nach gewährleistet eine Spezialisierung auf die am jeweiligen Standort angepassten Kulturen die effizienteste Nutzung der vorhandenen Fläche und damit den insgesamt geringsten Flächenverbrauch. (sch)

 
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