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Im Streit um den verstärkten Landkauf Schweizer Bauern in Südwestdeutschland forderte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, die Bundesregierung auf, mit Nachdruck initiativ gegenüber der EU und der schweizerischen Regierung zu werden. Das Freizügigkeitsabkommen von 2002 biete für die Landwirte an der Grenze keine fairen Bedingungen, so der DBV in einer Pressemitteilung. Weil Schweizer Landwirte bis zu dreifach höhere Prämien und Preise erhalten, seien sie in der Lage, im deutschen Grenzland jedes für einen deutschen Landwirt vertretbar kalkulierte Kauf- und Pachtangebot zu überbieten. Das sei eine klare Benachteiligung für die deutsche Landwirtschaft. Der DBV begrüße es, dass auf Grund der anhaltenden Proteste nunmehr Verhandlungen zwischen der Expertenkommission Deutschland/Schweiz und dem gemischten Ausschuss EU/Schweiz aufgenommen werden.

Allein im Jahr 2003 hätten Schweizer Betriebe entlang der Grenze zur Schweiz über 300 ha landwirtschaftliche Fläche gekauft oder gepachtet. Je nach Region würden bis zu 10 Prozent der Landwirtschaftsfläche und in einigen deutschen Gemeinden sogar über 50 Prozent der Anbaufläche durch Schweizer Berufskollegen bewirtschaftet, so der DBV. (ED)

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