Grippevirus infiziert zunehmend Schweine


Erste Fälle von Schweinen, die sich mit dem neuen Grippevirus H1N1 angesteckt haben, sind jetzt in Deutschland und England registriert worden. Sie überraschen nicht. Das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz berichtet von einem Nachweis des Virus in einem Hausschwein. Das Umweltministerium des Landes hält den Befund jedoch nicht für alarmierend. Ansteckungen in Schweinebeständen seien angesichts der großen Zahl erkrankter Menschen über kurz oder lang zu erwarten gewesen. Denn es sei bekannt, dass auch Schweine für das Virus anfällig seien. Um die Weiterverbreitung des Virus in andere Betriebe zu verhindern, sei der rheinland-pfälzische Betrieb für kurze Zeit gesperrt worden.

Im Vereinigten Königreich wird jetzt der sechste Fall einer Virusinfektion in Schweinebeständen gemeldet. Er ist nach Informationen des Agrarministeriums Defra in England aufgetreten, nachdem zuvor Fälle in Nordirland bekannt wurden. Bislang waren infizierte Schweine nur in Nordamerika gemeldet worden.

Das Grippevirus H1N1 wird landläufig als „Schweinegrippe" bezeichnet, obwohl es sich nicht um eine originäre Schweinekrankheit handelt. Vielmehr wird die Grippe von Menschen übertragen. Schweine können allerdings ebenfalls infiziert werden. Deswegen fordern Veterinäre seit dem Sommer Schweinehalter auf, ihre Tiere zu schützen. (db)
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