Großbetriebe wieder in der Diskussion


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Die EU-Kommission werde erneut eine Abschneidegrenze für Direktzahlungen vorschlagen, meldete die Financial Times gestern. EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel könnte die Pläne ihres Vorgängers Franz Fischler reaktivieren, der die Direktzahlungen auf höchstens 300.000 € pro Betrieb und Jahr beschränken wollte. Britische und ostdeutsche Landwirte müssten sich auf Millioneneinbußen bei den Subventionen einstellen, meint dazu die ansonsten liberal eingestellte Financial Times. Ein Sprecher von Fischer Boel erklärte, weder die 300.000 € noch andere Zahlen seien zurzeit aktuell. Klar sei nur, dass die Kommission über eine Beschränkung der Direktzahlungen für Großbetriebe nachdenke. Fischer Boel hatte schon im Dezember 2005 in Brüssel angekündigt, die Verteilung der Agrarsubventionen bleibe für sie ein Thema der kommenden Reform im Jahr 2008. Erste Vorschläge der Kommission für die nächste Reform kündigte der Sprecher für den Herbst 2007 an. Fischler scheiterte 2003 mit seinen 300.000 €/Betrieb am Widerstand Deutschlands und Großbritanniens während der Verhandlungen im Ministerrat in Luxemburg. (Mö)
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