1

Die Qualitätssicherung bei Transport, Lagerung und Analyse von Getreide sind in den USA und Kanada am weitesten entwickelt. Großbritannien sei in der EU führend, erklärte kürzlich Robert Kerr, Getreidehändler bei Glencor Grain, der gemeinsam mit der Landwirtschaftsschule Nuffield/Großbritannien eine entsprechende Studie durchführte. Wie Farmers Weekly berichtet, ist die Wirtschaft der Getreideexportnation Frankreich dagegen stärker fragmentiert und in Bezug auf die Qualitätssicherung hinter dem britischen Standard zurück. Ein oder zwei der in Frankreich besuchten Erzeugergemeinschaften hätten zwar bereits festgestellt, dass es ein Leichtes wäre, auf dem britischen Markt Fuß zu fassen, wenn sie ein Qualitätssicherungssystem vorweisen könnten. Bei keinem der 20 Landwirte, die Kerr in Frankreich besuchte, sei jedoch ein solches installiert gewesen. Für die meisten der Landwirte dort sei es unvorstellbar, dass ein Dritter ihre Handlungsweise überprüfe.
In Großbritannien sei man dagegen mit dem Qualitätssicherungssystem ACCS und dem entsprechenden System für den Handel TACCS schon deutlich weiter. Der Nutzen dieser Systeme sei nicht zu bezweifeln, so Kerr. Er führte als Beispiel Kanada an, wo eine Bäckerei-Kette gemeinsam mit dem Canadian Wheat Board ein Netzwerk vom Farmer bis zur Mühle aufgebaut hat, in dem Produktion, Lagerung und Transport von Getreide kontrolliert werden. Die Landwirte erhalten umgerechnet bis zu 3 DM/dt Prämie zur offiziellen Weizennotierung, wenn sie die entsprechenden Kriterien einhalten. Die Bäckerei erzielt letztendlich einen um 60 Prozent höheren Preis als die Supermarktmarken. Mehr zum Thema "Qualitätssicherung bei Getreide" lesen Sie in der heutigen Ausgabe der Agrarzeitung Ernährungsdienst im Forum Vermarktung. (UB)
stats