Agrartechnik

Große Spritzen stoßen an Grenzen

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Zur Agritechnica zeigt der Hersteller Dammann die erste Feldspritze mit Direkteinspeisung für Pflanzenschutzmittel. Die Technologie ist in Zusammenarbeit mit dem Braunschweiger Julius-Kühn-Institut für Anwendungstechnik im Pflanzenschutz entwickelt worden. Der Institutsleiter Prof. Jens Karl Wegener berichtete am Donnerstag in Würzburg bei einer Veranstaltung der Verbindungsstelle Landwirtschaft Industrie (VLI), dass sich die Anforderungen an Feldspritzen völlig verändert hätten.

„Wir haben uns 50 Jahre damit beschäftigt, wie man einen Löffel Wirkstoff möglichst gleichmäßig auf einen Hektar verteilt““, verdeutlichte der Agrartechniker die bisherige Entwicklung. Seit einigen Jahren gehe es aber zunehmend darum, die Pflanzenschutzmittel teilflächenspezifisch auszubringen und Ränder auszusparen. „Heute wollen wir ungleich verteilen und das ganz gezielt“, nannte Wegener die heutigen Anforderungen. Als Folge seien die Spritzen „mit Technik vollgestopft“. Damit wachse die Gefahr, dass kaum noch jemand in der Lage sei, sie zu bedienen.

Autonomen Systeme: Ob groß oder klein, ist noch nicht entschieden

Wegener rechnet grundsätzlich damit, dass angesichts der komplexen Anforderungen autonomen Systemen die Zukunft gehört. Nach seiner Einschätzung gerät jedoch die Großtechnik an ihre Grenzen, weil sie Äcker erfordert, die „quadratisch, praktisch, gut“ und möglichst groß gestaltet sind. Solche „ausgeräumten Landschaften“ stoßen jedoch zunehmend auf Widerstand in der Gesellschaft. Als Alternative empfiehlt der Braunschweiger Agrartechnikexperte Systeme, in denen sich die Technik an die Bedürfnisse der Pflanze anpasst. Für aussichtsreich hält er kleinere autonome Maschinen, die in Schwärmen arbeiten. Zur Agritechnica werden einige praxisreife Feldroboter gezeigt, die für die mechanische Unkrautbekämpfung in Reihenkulturen eingesetzt werden können. (db)
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