az-Länderserie Saudi-Arabien

Großimporteur von Weizen, Gerste und Schrot


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Die wichtigsten im Land produzierten Agrargüter hinsichtlich der Menge sind Fleisch und Milch. Die gesamte Agrarerzeugung reicht jedoch nicht zur Versorgung einer wachsenden Bevölkerung aus. Bereits heute werden 85 Prozent aller Lebensmittel importiert. Lediglich bei den Datteln taucht Saudi-Arabien an Position 3 der Weltrangliste auf.

Die Weizenproduktion Saudi- Arabiens ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen, nachdem das Land 2008 den Getreideanbau weitgehend eingestellt hat. Der Selbstversorgungsgrad bei Weizen beträgt gerade einmal 11 Prozent. Aktuell veranschlagt das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) die Produktion für das Wirtschaftsjahr 2016/17 auf nur noch 10000 t; 2014/15 waren es noch 722000 t. Der Importbedarf liegt bei 3,5 Mio. t in der laufenden Kampagne und wird aus Kanada, den USA, Deutschland sowie der Ukraine befriedigt. Die Abwicklung erfolgt über die staatliche Getreidebehörde. Der Weizen wird mehrheitlich für Nahrungszwecke verwendet. Für deutsche Exporteure ist das Land ein wichtiger Abnehmer. In der Kampagne 2014/15 summierten sich die Weizenexporte Deutschlands mit Ziel Saudi-Arabien auf 981000 t. Damit stand das arabische Land nach dem Iran und Algerien an 3. Stelle der Käufer außerhalb der EU. In den bisher dokumentierten zehn Monaten von 2015/16 wurden nur 377000 t verladen.

Noch größer ist der Importbedarfs Saudi-Arabiens für Gerste, die überwiegend zu Futterzwecken eingesetzt wird. Auch hier veranschlagt das USDA die Landesproduktion auf lediglich 10000 t. Der Importbedarf für 2016/17 wird auf 10,2 Mio. t geschätzt. Damit ist das Land der global wichtigste Importeur für Gerste vor China. In den bisher vom Statistischen Bundesamt dokumentierten zehn Monaten der Kampagne 2015/16 summieren sich die deutschen Gerstenlieferungen nach Saudi-Arabien auf 1,35 Mio. t. Aufgrund der stark ausgeprägten Veredelungswirtschaft ist der Wüstenstaat ebenfalls als Importeur von Ölsaaten und vor allem von Schroten am Markt. Der Importbedarf von Sojaschrot liegt beispielsweise bei 950000 t. Zusätzlich werden auch 850000 t Sojabohnen eingeführt und selbst gecrusht. (az)


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