Grüne Gentechnik: Widerstände emotional auflösen

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Wissen entscheidet nicht über eine positive Einstellung gegenüber der Grünen Gentechnik. Die Verbraucher lassen sich viel mehr von gefühlten Faktoren leiten. Auch sind längst nicht alle Verbraucher aus Überzeugung gegen die grüne Gentechnik. Dr. Christoph Willers zeigt in seiner Dissertation zum Thema "Marketing in Widerstandsmärkten am Beispiel gentechnisch veränderter (GV-)Lebensmittel" ein differenziertes Bild. Überzeugte Gegner sind nur 16 Prozent der Befragten. Die Mehrheit mit 30 Prozent sind die Misstrauisch-Ängstlichen, die GV-Lebensmittel aus emotionalen Gründen ablehnen. 18 Prozent sind desinteressiert und 20 Prozent sind emotional noch nicht überzeugt, aber rational aufgeschlossen.

Um das "Genfooddilemma" zu lösen, müsse die Kommunikation zielgruppengerecht bei den emotionalen Vorbehalten ansetzen und Vertrauen generieren, auch über klare gesetzliche Regelungen, erklärte Willers gestern in Köln. Der Preis ist ebenfalls nicht ganz unwichtig. Da viele Verbraucher weder von den Vorteilen noch von den Nachteilen überzeugt sind, besteht Willers zufolge eine hohe Bereitschaft, die Bedenken zu überwinden. Allerdings könne dies nicht ausprobiert werden, da GV-Lebensmittel praktisch nicht verfügbar seien. (AW)

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