Grüne Woche: Agco erschließt Afrika


Der US-Landtechnikkonzern Agco will die Potenziale der afrikanischen Landwirtschaft heben. Experten diskutieren Möglichkeiten. „Afrikas Bevölkerung wird bis 2050 auf zwei Milliarden Menschen ansteigen", erklärte Konzernchef Martin Richenhagen am Montag während des „Agco Africa Summit" anlässlich der Grünen Woche in Berlin. Es sei eine globale Verantwortung, die afrikanische Landwirtschaft dahin zu bringen, dass sie den wachsenden Bedarf nach Ernährungssicherheit und besserer Nahrung decken könne.

Um den Bedürfnissen der afrikanischen Bevölkerung gerecht zu werden, muss die landwirtschaftliche Produktivität steigen, waren sich die Teilnehmer der Veranstaltung einig. Afrika verfügt schätzungsweise über mehr als 60 Prozent der weltweit noch verfügbaren, aber ungenutzten Anbaufläche. Diese noch nicht erschlossenen Areale könnten die langfristige Versorgung mit Nahrungsmitteln sichern. „Es gibt große Landstriche in ganz Afrika mit gutem Boden und vorteilhaftem Klima, die sich exzellent für Landwirtschaft eignen, aber nicht genutzt werden", betonte Richenhagen. Die landwirtschaftliche Mechanisierung Afrikas müsse unterstützt werden, um eine bessere Ernährungssicherheit zu schaffen. Afrikanische Bauern benötigten modernere, mechanisierte Anbaumethoden, um ihr Produktionslevel zu steigern. Höhere Produktivität und Effizienz würden den afrikanischen Ländern helfen, weniger abhängig von importierten Agrarprodukten zu sein, und so den Grad der Selbstversorgung steigern.

Im vergangenen Jahr brachte Agco bereits eine Reihe von strategischen Projekten auf den Weg, um seine Präsenz in Afrika auszubauen: So sind ein Global Learning Center und eine Future Farm in Sambia eröffnet worden, um einheimischen Bauern und Vertriebspartnern zu helfen, alles über moderne landwirtschaftliche Technologien zu lernen. In Südafrika etablierte das Unternehmen ein Regionalbüro in Kapstadt und errichtete ein neues Teilelager in Johannesburg, um Kunden in der Subsahara-Region besser zu unterstützen. Des Weiteren gründete Agco in Algerien mit lokalen Partnern ein Joint Venture, das Traktoren der Marke „Massey Ferguson" für den afrikanischen Markt baut. Die Produktion dort lief im Dezember 2012 an.

Das „Agco Africa Summit" fand im Berlin zum 2. Mal statt. Das Gipfeltreffen ist eine gemeinschaftliche Initiative von Agco, Bayer Crop Science, der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH und der Rabobank. (Sz)
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