Die Debatte darüber, wie der Verlust landwirtschaftlicher Fläche in Deutschland eingedämmt werden kann, gewinnt an Schärfe. Naturschutzverbände drängen auf Ausgleichsflächen. Der Ton zwischen der Landwirtschaft und den Umweltverbänden wird schärfer. Zur Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin warnen heute der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund), der Naturschutzbund (Nabu) und der Deutsche Naturschutzring (DNR) davor, die Ausgleichsflächen aus dem Bundesnaturschutzgesetz für den Landverlust verantwortlich zu machen. Gleichzeitig nutzt der Deutsche Bauernverband (DBV) die Bühne der IGW, um für seine Online-Petition gegen den Verbrauch landwirtschaftlicher Fläche zu werben. Nabu-Präsident Olaf Tschimpke rief die Landwirtschaft dazu auf, gemeinsam gegen den Flächenverbrauch durch Siedlungs- und Verkehrswegebau vorzugehen. Für naturschutzfachliche Ausgleichsmaßnahmen würde nur ein geringer Teil landwirtschaftlicher Nutzflächen herangezogen. Teile der Flächen könnten zudem auch weiterhin bewirtschaftet werden, betonte er.

Agrarministerin Ilse Aigner hatte gestern mit der Vorlage ihrer Charta für Landwirtschaft und Verbraucher zu erkennen gegeben, dass sie die Landwirtschaft in ihrem Anliegen unterstützt, Alternativen für den Naturschutzausgleich beim Flächenverbrauch zu finden. In der Bundesregierung wird derzeit diskutiert, den Naturschutzausgleich beim Flächenverbrauch durch den Ausbau der Stromnetze vermehrt durch Geldzahlungen statt über Flächen laufen zu lassen. (sta)
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