Schärfere Kontrollen für Futtermittelbetriebe kündigt das Agrarministerium in Düsseldorf an. Die Herkunft des Dioxins ist mit großer Wahrscheinlichkeit auf aufbereitete Altfette zurückzuführen. Nordrhein-Westfalens Landwirtschaftsminister Johannes Remmel (Bündnis 90/Die Grünen), will mehr Personal für Futtermittelkontrollen einsetzen. Auch die Registrierung der Betriebe werden geprüft, kündigte Remmel heute vor der Presse während der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin an.  Remmel verweist darauf, dass der Fetthersteller Harles & Jentzsch falsch als Händler registriert war. Die Zweigstelle in Niedersachsen in Bösel war nur als Transporteur registriert. In beiden Betrieben seien nach seinen Erkenntnissen Futtermittel hergestellt und Fette gemischt worden. In NRW gibt es derzeit mehr als 2.200 gewerbliche Futtermittelunternehmen. Hier will Remmel künftig höchste Kontrollstandards garantieren.

Neue Erkenntnisse gibt es auch zur Herkunft des Dioxins: Altfette, die nicht mehr als eine normale Hintergrundbelastung mit Dioxin aufweisen, werden als Ausgangsprodukt für die Biodieselherstellung eingesetzt. Zu diesem Zweck werden sie zuvor gereinigt und destilliert, was durch die Firma Vital erfolgt sei. Bei diesem Vorgang könne sich die Konzentration von Dioxin erhöhen. Sie werden quasi angereichert. Ein Teil dieser aufbereiteten Fette sei in die Biodieselherstellung gelangt und ein anderer Teil als Industriefette auch an Harles & Jentzsch. „Was am Standort Uetersen bei Harles und Jentzsch dann passiert ist, entzieht sich unserer Kenntnis", sagte Peter Knitsch, Abteilungsleiter im Agrarministerium in Düsseldorf.

Nach bisher vorliegenden Erkenntnissen habe der Biodieselhersteller Petrotec keine Produkte geliefert, die die Grenzwerte für die technische Verwendung überschritten hätten, berichtete er weiter. Petrotec habe alle Grenzwerte eingehalten, so Knitsch. Untersuchungen, wie das Dioxin ins Futter gelangte, dauerten noch an.  (da) 


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