Agrarministerin Ilse Aigner präsentiert zur Grünen Woche ihre Pläne für die Kennzeichnung von regionalen Produkten. Das Regionalsiegel soll freiwillig sein. Lebensmittel, die mit ihrer Herkunft werben, sollen künftig einfacher zu kontrollieren sein. Aigner plant dafür eine Kennzeichnung, die derzeit unter dem Titel „Regionalfenster“ läuft, erläuterte sie heute vor Journalisten in Berlin. Das Regionalfenster soll Informationen zu drei Kriterien liefern: welcher geographische Umkreis ist unter der angegebenen Region zu verstehen, wie viel Prozent welcher Zutat kommen aus dieser Region und wo ist der Verarbeitungsort sowie wer hat die gemachten Angaben geprüft und bestätigt. Die Angaben zu diesen drei Bereichen sollen zusätzlich zu den bereits vorhandenen Siegeln, die etwa von Bundesländern oder auch der EU vergeben werden, auf den Lebensmitteln prangen. Die Nutzung der Kennzeichnung soll freiwillig sein, betonte Aigner. „Unser Schwerpunkt bei diesem Vorhaben sind die regionalen Wirtschaftskreisläufe“, sagte sie. Diese sollen erkennbar und leichter nachvollziehbar werden.

Eine eigenständige private Organisation soll die neue Regionalkennzeichnung vergeben. Die Kosten für die Zertifizierung müssten die Unternehmen tragen, so Aigner. Unklar ist noch, welche staatliche Stelle für die Kontrolle der Zertifizierer zuständig sein soll. Über Details will Aigner bei der Agrarministerkonferenz im April mit ihren Länderkollegen beraten. Wenn die Lebensmittelsparte mitmacht, sollen spätestens 2013 die ersten Produkte mit Regionalfenster im Handel zu finden sein. Das Regionalfenster soll laut Aigner außerdem Modell stehen für die Auszeichnung von anderen Mehrwerten wie etwa dem Tierwohl, das Aigner als Label auf EU-Ebene voran bringen will. (sta)
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