Die Bundesländer fordern Bundesagrarministerin Ilse Aigner auf, gemeinsam ein nationales Konzept zur Minimierung des Antibiotikaeinsatzes in der Tierhaltung zu erarbeiten. Dazu haben sie konkrete Vorschläge vorgelegt. Die Staatssekretäre der Länder-Agrarressorts haben gestern in Berlin einen gemeinsamen Beschluss zum Antibiotikaeinsatz in der Nutztierhaltung verabschiedet. Darin bekräftigen sie das Ziel, die Verwendung von Antibiotika in der Tierhaltung auf das absolut notwendige Maß zu beschränken. Die dafür erforderlichen Rechtsgrundlagen müssten schnellstmöglich geschaffen werden. Die Staatssekretäre legen den Schwerpunkt auf ein Minimierungskonzept mit praktikablen Lösungen, teilte das niedersächsische Agrarministerium mit.

Um mehr Transparenz hinsichtlich der Antibiotika-Vertriebswege zu erhalten, fordern die Länder eine Änderung des Arzneimittelgesetzes sowie der DIMDI-Arzneimittelverordnung. Das Dispensierrecht, das Tierärzten erlaubt, Arzneimittel an Tierhalter zu verkaufen, soll ebenfalls überprüft werden. Zudem soll der Bund ein bundeseinheitliches, datenbankgestütztes System für Tierhalter, -ärzte und Behörden zur Erfassung und Auswertung des Antibiotikaeinsatzes in den Betrieben entwickeln. Tierhalter sollen im Rahmen von Eigenkontrollsystemen bei hohem Antibiotikaeinsatz zusammen mit einem Tierarzt ein Konzept zur Verbesserung der Tiergesundheit erstellen. Weiterhin soll festgelegt werden, welche Antibiotika allein der Humanmedizin vorbehalten bleiben sollen. (az)
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