Grüne Woche: McDonald's setzt auf Bonusprogramm für Rindfleisch


In Bayern hat die Hamburgerkette ein Programm für nachhaltige Rindfleischerzeugung gestartet. Mäster bekommen etwas mehr Geld.

An dem Programm "BEST Beef" beteiligen sich bislang 400 Erzeuger in Bayern. Die Logik: Wenn ein Landwirt Zusatzkriterien für eine nachhaltige Tierhaltung erfüllt, bekommt er mehr Geld für das Rindfleisch, das er an McDonald's liefert. Bislang sind als Kriterien entweder Haltung im Laufstall oder Anbindehaltung plus Weidegang definiert. 

Teilnehmende Landwirte erhalten aktuell ein Aufgeld von 3 cts/kg Schlachtgewicht, wenn sie eine der beiden Zusatzauflagen erfüllen, teilte Rudolf Ringhofer, bei McDonald's verantwortlich für das Projekt, heute bei einem Pressegespräch im Rahmen der Grünen Woche auf Anfrage von agrarzeitung.de mit. Man sei am Anfang des Projekts und wolle Anreize schaffen, so Ringhofer. Aufpreise für den Burger im Restaurant seien nicht geplant.

Walter Heidl, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, der sich an dem Projekt beteiligt, wies darauf hin, dass im Zuge des Projektes möglicherweise noch weitere Kriterien definiert würden. Darüber könne der Erzeuger dann größere Zusatzverdienste anhäufen. Die aktuell festgelegten Kriterien seien "recht einfach zu erfüllen für die Landwirte", so Heidl. In der Tat bezeichnen Branchenteilnehmer diese Auflagen als "Selbstverständlichkeiten in der Haltung".

Voraussetzung für die Teilnahme an dem im Oktober 2012 gestarteten Projekt ist eine Zertifizierung über das QS-System, das auch Partner der Initiative ist. Weiterhin sind privatwirtschaftliche Unternehmen wie Vion oder Westfleisch sowie die Hochschule Weihenstephan-Triersdorf beteiligt. McDonald's verfolgt mit dem Projekt das Ziel, sich in Zeiten schwankender Fleischpreise und der abnehmenden Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland eine starke Lieferantenbasis zu sichern.

Das Projekt läuft bis Ende dieses Jahres in der Pilotphase, dann ist eine nationale Ausdehnung der Initiative möglich. Als nächstes müssen aber noch Kriterien für ein nachhaltiges Management etwa in Hinblick auf die Herdenführung und für nachhaltiges, regionales Futter definiert werden. (pio)
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