Der Bundesverband der Deutschen Milchviehhalter (BDM) fordert neue Marktregeln für Milcherzeuger. Sein Modell stellt er in Berlin zur Diskussion. 

„Ein Wertschöpfungsdefizit von rund 4 Mrd. €“ hat Romuald Schaber, Präsident des BDM, errechnet. Die Situation auf dem Markt bringe viele Milchviehhalter in  Existenznöte. Die Preiserhöhungen vom Herbst 2012 hätten nur eine scheinbare Entspannung gebracht. Mit einem Auszahlungspreis von 32 bis 33 Cent pro Liter könnten die Kosten für Energie, Futtermittel oder Fahrzeuge und Geräte keineswegs abgedeckt werden, meint Schaber.

Für eine kostendeckende Produktion seien mehr als 40 Cent notwendig, belege die Studie „Produktionskosten der Milcherzeugung 2001-2011“, die das Büro für Agrarsoziologie und Landwirtschaft durchgeführt hat. Die aktuellen Milcherzeugungskosten in Deutschland lägen je nach Region sogar zwischen 43 und 51 Cent/kg Milch, kalkuliert der BDM.

Besonders besorgniserregend sei aus Sicht der Milcherzeuger das Auslaufen der Milchquote in zwei Jahren: „Wir brauchen jetzt sinnvolle Marktregeln. Eine vollständige Liberalisierung stellt sich immer deutlicher als reine Utopie dar“, betont Schaber.

Der BDM fordert daher eine flexible Marktsteuerung auf einzelbetrieblicher Grundlage. Eine europäische Monitoringstelle solle dabei die Marktsituation erfassen, Marktprognosen aufstellen, die Vollkostensituation und einen Zielpreiskorridor ermitteln, in dem sich der durchschnittliche Milchpreis bewegen sollte. Sollte der Milchpreis den Zielkorridor verlassen, müsste die Milchmenge entweder erweitert oder reduziert werden, sieht das Modell vor.

Der BDM wird sein Modell zur Grünen Woche präsentieren und am Samstag in Berlin bei einem Symposium mit Vertretern aller im Bundestag vertretenen Parteien diskutieren. (hed)
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