Um den wachsenden Bedarf an Nahrungsmitteln weltweit zu decken, sind zusätzliche Investitionen in der Landwirtschaft notwendig. Defizite in vielen Staaten schrecken potenzielle Anleger ab.

„Weniger als 2 Prozent der Investitionen weltweit werden in der Landwirtschaft getätigt, obwohl das Interesse grundsätzlich groß ist", sagte Detlef Schön, Leiter des Agrarteams der Investmentgesellschaft Aquila Capital, am Freitag auf einer Arbeitssitzung des Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) in Berlin.

Als Grund für das niedrige Investitionsvolumen nannte Schön vor allem unklare Besitzverhältnisse, mangelnde Rechtssicherheit und Defizite in der Infrastruktur zahlreicher Staaten. Von 100 Ländern weltweit, die aus landwirtschaftlicher Perspektive für Investoren interessant seien, blieben unter Berücksichtigung dieser Faktoren nur rund 20 geeignete übrig.

Um das Investitionsklima zu verbessern, müsse die Politik für günstigere Rahmenbedingungen und mehr Sicherheit sorgen. Zurzeit seien die größten Risiken für Agrarinvestments jedoch „die Politik und das Wetter", sagte Schön.

Laut OECD-Handels- und Landwirtschaftsdirektor Ken Ash wird der Agrarsektor durch das anhaltend hohe Preisniveau von Agrarrohstoffen für Investoren zunehmend interessanter. Ash betonte in Berlin, dass sowohl Investoren als auch die lokale Bevölkerung von Engagements im Agrarbereich profitieren müssten.

Nach Angaben der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) muss die Agrarproduktion in den kommenden 40 Jahren um mindestens 60 Prozent ansteigen, damit die globale Ernährungssicherheit gewährleistet ist. (sch)
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