Grüne Woche: Rukwied will Tierhaltungskodex


Bauernpräsident Rukwied kündigt für das Frühjahr erste Ergebnisse einer Wertschöpfungsstufen-übergreifenden Initiative an. Der Bauerverband arbeitet an einem Tierhaltungskodex.

Die Initiative Tierwohl sei dabei, Kriterien für flächendeckend anwendbare, freiwillige Tierschutzstandards zu erarbeiten, erläuterte Rukwied heute in der Fragestunde des Verbands der Agrarjournalisten (VDAJ) anlässlich der Grünen Woche in Berlin. In Arbeitsgruppen würden zum einen die freiwilligen Tierschutzkriterien erarbeitet und zum anderen ausgerechnet, welche Prämie für das Mehr an Tierschutz einzupreisen sei.

Bis Mai werde die Arbeitsgruppe ihre Ergebnisse vorstellen, so Rukwied - unter der Voraussetzung, dass "der Lebensmitteleinzelhandel seinen Part erfüllt" und mehr Geld für das so erzeugte Fleisch zahlt. Intern arbeite der Deutsche Bauernverband (DBV) an einem Kodex für die Tierhaltung - Rukwied zeigte sich zuversichtlich, dass diese Arbeit "zu einem positiven Ergebnis führen wird."

Der Bauernpräsident mahnte während des Pressegesprächs mehr Sachlichkeit in der Diskussion um die Tierhaltung an. Forderungen an eine "artgerechte" Tierhaltung betrachtet er unter den Restriktionen in Fläche und Ressourcen als unrealistisch: "Bei einer artgerechten Tierhaltung im wörtlichen Sinne müssten wir alle Tiere frei laufen lassen - deswegen unterscheide ich zwischen tiergerecht und artgerecht." (pio)
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