Die russische Politik will unabhängig von Agrarimporten werden. Produktion und Export sind für Russlands Agrarministerin Elena Skrynnik vorrangig. „Der Ersatz des Imports ist Russlands nächste Aufgabe", sagte Skrynnik auf der Grünen Woche am heutigen Freitag in Berlin. Ziel sei eine Selbstversogung Russlands mit landwirtschaftlichen Produkten. 2009 wäre der russische Anteil an der Fleischversorgung des Landes bereits von 68 auf 75 Prozent gestiegen, so Skrynnik. In den nächsten 10 bis 15 Jahren will Skrynnik sogar Fleischexporte aus dem Land erreichen. Im Getreideexport nehme Russland nach den USA und der EU weltweit bereits den dritten Platz ein. 2010 sollen die Getreideexporte 20 Mio. t betragen.

„Die Agrarwirtschaft war 2009 in Russland die einzige Branche, die eine positive Bilanz hatte", sagte Skrynnik. Russland habe zum ersten Mal seit sieben Jahren wieder Getreide exportiert und die Fleischerzeugung um 7 Prozent gesteigert. Skrynnik lobte in Berlin die deutsch-russische Zusammenarbeit in der Agrarwirtschaft. Auf der diesjährigen Grünen Woche wären zwischen den Ländern bereits Verträge für Investitionen in der Agrarwirtschaft von mehr als 1,2 Mrd. € abgeschlossen worden. Es ist Skrynniks erster Besuch der Grünen Woche. Sie war im März 2009 auf den langjährigen Agrarminister Alexej Gordejew gefolgt. (sta)
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