Zum Schutz des Grund- und Trinkwassers fordert die Fraktion der Grünen im niedersächsischen Landtag die Einrichtung eines Güllekatasters. Die Nitratbelastung in Niedersachsen ist sehr hoch.

In dem Verzeichnis soll die Ausbringung von Gülle, Mist sowie Substrate aus Biogasanlagen für jede einzelne Fläche eingetragen werden.

Die Grünen wollen nun einen Antrag im Landtag einbringen. Dieser sieht vor, die geplante Verbringungsverordnung von Wirtschaftsdüngern um einen Güllekataster zu erweitern. Nach Ansicht der Grünen sowie Verbänden, komme es häufig zu Mehrfachnennungen von Flächen, auf denen Gülle verbracht werden soll. Bisher konnte eine lückenlose Rückverfolgung nicht sichergestellt werden. Dies sei den Kontrollbehörden erst mit einem Datenaustausch von Angaben der Flurstücke möglich.
Mit einer solchen lückenlosen Dokumentation des Katasters könnten wir auch illegale Importe aus den Niederlanden in den Griff bekommen, meint Christian Meyer, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag gegenüber agrarzeitung.de.

Bereits 62 Prozent des Grundwassers in Niedersachsen überschreite die  vorgeschriebenen Grenzwerte für Nitrat. Niedersachsen könne damit die Vorschriften der  EU-Wasserrahmenrichtlinie nicht einhalten, so Meyer. Hinzu käme, dass in dem Land offensichtlich doppelt so viele Masthühner gehalten werden als bisher angenommen. Jüngste Zahlen der Tierseuchenkasse zeigen, so der Landtagsabgeordnete, dass 63 Mio. Masthühner in Niedersachsen gehalten werden, das sind fast doppelt so viele als bisher angenommen.

Das Problem der Überdüngung der Böden werde auch von der niedersächsischen Landesregierung gesehen. Am 1. Juli tritt eine Meldepflicht für die Verbringung von Wirtschaftsdünger in Kraft. Diese Regelung sei aber mit erheblichem bürokratischem Aufwand verbunden, so Meyer. (hed)
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