In der Schlachtbranche herrsche eine "skandalöse Ausbeutung von tausenden osteuropäischen Arbeitskräften", heißt es in einer Mitteilung der Bundestagsfraktion der Partei. Die Bundesregierung mache sich mitschuldig , wenn sie nur auf stattfindende Kontrollen verweise, erklären der Sprecher für Agrarpolitik, Friedrich Ostendorff, sowie die Sprecherin für Arbeitnehmerrechte, Beate Müller-Gemmeke.

Unternehmen der Fleischindustrie würden gern vorgeben, nichts über die Lebens- und Arbeitsbedingungen ihrer Leiharbeitskräfte zu wissen. Verantwortung werde an die Subunternehmer abgeschoben. Die Bundesregierung halte dagegen sogar eine Beschwerde Belgiens bei der EU gegen Dumpinglöhnen auf deutschen Schlachthöfen für irrelevant. Dies gehe aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage (17/13594) von Bündnis 90/Die Grünen hervor. 

Unter Verweis auf eine für heute angekündigte Reportage in der ARD heißt es: "Die Fleischbranche muss endlich die Verantwortung übernehmen, sonst wird sie nicht aus den negativen Schlagzeilen herauskommen." Bündnis 90/Die Grünen würden sich dafür einsetzen, Lohndumping per Werkvertrag entschieden einzudämmen. (az)
stats