Naturschutzprojekte an der ehemaligen innerdeutschen Grenze stoßen bei Landwirten zunehmend auf Widerstand. Sie sehen ihre Entwicklungsmöglichkeiten gefährdet.

Dabei richtet sich die Kritik vor allem gegen die Bestrebungen, entlang des ehemaligen Grenzstreifens mehrere tausend Hektar als Schutzgebiete auszuweisen und landwirtschaftliche Nutzflächen aufzukaufen. Landwirte und Grundeigentümer fürchteten zusätzliche Auflagen und eine Gefährdung der zukünftigen Entwicklungsfähigkeit ihrer Betriebe, teilt der Deutsche Bauernverband (DBV) mit.

Das "Grüne Band" dürfe nicht zur "Grünen Grenze" werden, sagte Friedhelm Decker, DBV-Umweltbeauftragter, in einem Gespräch mit Abgeordneten des Bundestages, Vertretern des Bundesumweltministeriums und Landwirten aus den betroffenen Bundesländern Bayern, Hessen, Thüringen und Niedersachsen.

Die aktuelle Entwicklung vor Ort stoße bei den Betroffenen auf erheblichen Unmut, sowohl bei Grundeigentümern als auch Bauern, sagte Decker. Konkret gehe es um die Naturschutzgroßprojekte "Grünes Band Eichsfeld - Werratal" und "Grünes Band Rodachtal - Lange Berge -Steinachtal", die vom Bundesamt für Naturschutz gefördert werden.

Zu diesen Projekten habe der DBV bereits seine Kritik gegenüber dem Bundesumweltministerium und dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) vorgebracht, so Decker. Von Seiten des Bundesamtes für Naturschutz sei deutlich betont worden, dass Naturschutzgroßprojekte grundsätzlich dem Freiwilligkeitsprinzip unterlägen und des Einvernehmens mit den Betroffenen bedarf. "Unsere Erfahrungen vor Ort lassen jedoch kein Einvernehmen erkennen", so Decker. (sch)

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