Die genossenschaftlichen Mitglieder haben der  Molkereien-Hochzeit zugestimmt. Das Votum der EU-Wettbewerbsbehörde steht noch aus.

Die Landwirte der Milchunion Hocheifel (MUH), Pronsfeld, und der skandinavischen Arla-Foods, Viby, stimmten am späten Dienstag mit großer Mehrheit für den Zusammenschluss. Durch ihn entsteht die drittgrößte Molkerei Deutschlands. Die EU-Wettbewerbsbehörde muss allerdings noch zustimmen.

Arla Foods vereinigt rund 8000 Anteilseigner aus Schweden, Dänemark und Deutschland. Die MUH gehört rund 2800 Genossen aus Deutschland, Belgien und Luxemburg. Der zum 1. September wirksame Zusammenschluss ermöglicht der stark auf die Produktion von Standardwaren wie H-Milch ausgerichteten MUH Branchenkennern zufolge eine breitere internationale Vermarktung und neue Absatzmöglichkeiten. Das Ziel des Verbundes ist laut Arlas Vorstandsvorsitzenden Peder Tuborgh eine "starke europäische Genossenschaft zu werden, die eine wichtige Rolle im Weltmarkt spielen kann."

Kritische Stimmen zur Fusion kommen indes aus den Reihen der Politik. Die rheinland-pfälzische Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken weist darauf hin, dass „die MUH nun ein kleiner Teil eines europäischen Konzerns“ werde. Zwar würde durch den Zusammenschluss der Molkereistandort Pronsfeld gestärkt und es seien weitere Investitionen zu erwarten. Doch die „grundsätzlichen Probleme der Milcherzeuger“ seien nicht gelöst. Für Höfken bestehen diese Probleme unter anderem in durch Überproduktion sinkenden Milchpreisen bei gleichzeitig steigenden Produktionskosten durch hohe Futtermittel- und Energiepreise. (az)
stats