Bioökonomie

Gülle als Rohstoff für Asphalt


In den nordwestdeutschen Veredelungsregionen stehen die schweren Güllegespanne im Verdacht für den häufig schlechten Zustand der Straßen und Wirtschaftswege mitverantwortlich zu sein. In Zukunft könnte die Gülle möglicherweise dazu beitragen, die von den Schwertransporten verursachten Schäden zu beheben. Denn Forscher der US-Universität für Landwirtschaft und Technik North-Carolina haben eine Möglichkeit gefunden, Gülle für die Asphaltherstellung zu nutzen. Ein Forscherteam rund um die Professorin Elle Fini hat ein Verfahren entwickelt, das erdölbasiertes Bitumen in Asphaltmischungen ersetzt. In Schweinegülle haben sie ein „reichhaltiges Öl“ gefunden, das die Gesteinsmischung im Asphalt zusammen hält.

Billiger als Bitumen aus Erdöl

Die Wissenschaftler sind von der Wirtschaftlichkeit ihrer Entdeckung überzeugt. Der Asphalt, der mit Hilfe des Wirtschaftsdüngers produziert wird, soll rund fünfmal günstiger sein als der auf Erdölbasis. Laut Angaben der Forscher kostet die Herstellung einer Tonne Schweine-Bitumen nur rund 150 US-$ (136 €). Die gleiche Menge erdölbasierten Bitumens kostet laut US-Verkehrsministerium im Schnitt 750 US-$ (680 €). Erste Härtetests in der Praxis habe der so genannte Bio-Klebstoff bereits überstanden. Einige Fragen, wie etwa zum Temperaturverhalten müssen jedoch noch beantwortet werden.

Dünger als Nebenprodukt

Beim Thema Geruch geben die Forscher Entwarnung. Während des Herstellungsprozesses werden die geruchsbildenden Stoffe herausgefiltert. Das Verfahren bietet einen weiteren Vorteil: Die Nebenprodukte, die bei der Herstellung des Schweine-Bitumens entstehen, können als Dünger verwendet werden. Für Straßenbauer und Landwirte sei das eine Win-Win-Situation, so Fini. (SB)
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