Bahnstreik

Güterzüge stehen seit 15 Uhr


Die Agrarbranche ist auf Gütertransporte per Bahn angewiesen.
-- , Foto: Deutsche Bahn
Die Agrarbranche ist auf Gütertransporte per Bahn angewiesen.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat das Zugpersonal in den Eisenbahnverkehrsunternehmen der Deutschen Bahn bundesweit zum Arbeitskampf aufgerufen. Der Güterverkehr wird 66 Stunden von heute 15 Uhr bis zum Freitag 9 Uhr bestreikt. Der Streik im Personenverkehr startet morgen um 2 Uhr und endet am Donnerstag um 21 Uhr. Vom Streik in Güterverkehr wird auch der Agrarhandel betroffen sein. Wie viele Lokführer sich an dem Ausstand beteiligen werden, ist noch nicht bekannt. Da die meisten Güterzüge nachts unterwegs sind, werden erst morgen Vormittag erste Aussagen zu den Auswirkungen des Arbeitskampfes möglich sein, teilte ein Bahnsprecher auf Anfrage der agrarzeitung mit.

Produktionsstörungen schon nach wenigen Tagen

Wirtschaftsverbände reagieren mit scharfer Kritik auf die Aktion der GdL. Der Streik sei „Gift für den Standort Deutschland“, erklärte Alexander Schumann, Chefvolkswirt des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Täglich würden 1 Million Tonnen Güter per Bahn transportiert. Im Güterverkehr führten Streiks „bereits nach wenigen Tagen zu Produktionsstörungen, weil Bahntransporte oft nicht kurzfristig auf Straßen oder Schiffe verlagert werden können". Das könnte auch für den Transport von Agrargütern auf der Schiene eine Herausforderung werden, da die Logistik gerade in Richtung der Seehäfen aufgrund der regen Exportabwicklungen als gut ausgelastet galt.

 Schumann verwies zudem auf die mehr als sechs Millionen Berufspendler, die täglich auf die Bahn angewiesen seien: „Das ist nicht nur ein Ärgernis für die Betroffenen, sondern stellt auch die Unternehmen vor besondere Herausforderungen und kann in vielen Fällen auch erheblich Geld kosten“.

Der Streik soll den Güterverkehr bundesweit behindern. Regionale Schwerpunkte seien nicht geplant, hieß es bei der GdL. Komplett lahmlegen kann die Gewerkschaft den Bahnverkehr nicht, weil ein Teil des Güterverkehrs über private Anbieter abgewickelt wird. Zudem vertritt die GdL nur einen Teil der 20.000 Lokführer. Rund 4000 dürfen sich als Beamte nicht an Streiks beteiligen, weitere Lokführer sind in anderen Gewerkschaften organisiert, die den Streik nicht mittragen. (SB)
stats